Samstag, 23. September 2017

Wanderung mit Hindernissen und Umwegen um den Ockerberg Bruyères im Naturpark Luberon, Département Vaucluse

Ockerbruch am Ockerberg Bruyères Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in der Provence unternehmen wir eine kürzere Wanderung in der Nähe unserer Unterkunft. Die Runde um den Ockerberg Bruyères scheint eine gute Idee zu sein, aber die Routenbeschreibung macht deutlich, dass die Orientierung dank verwirrender Markierungen nicht ganz einfach ist. Eine detaillierte Wanderkarte fehlt, was aber nur wenig stört, weil die Qualität von Wanderkarten nicht befriedigt. Die Routenbeschreibung auf dem Smartphone und einige Notizen müssen reichen. Die Anfahrt zum Weiler Les Viaux (zwischen Rustrel und Villars) und der Einstieg in die Route bereiten keine Probleme. Erste von insgesamt 11 Ockerbrüchen wiegen uns in Sicherheit, aber zu früh gefreut. Auf etwa halber Strecke übernehmen chaotische Markierungen die Regie. Die ohnehin diffuse Routenbeschreibung ist nicht mehr nachvollziehbar. Außerdem treffen wir im Waldgebiet mehrmals auf aktiv jagende Jäger und möchten keine Opfer von Irrtümern werden. Schließlich sind wir froh, eine asphaltierte Straße zu erreichen. Dank GPS des Smartphones ist jetzt die Orientierung möglich. In einem weiten Bogen wandern wir auf Wirtschaftswegen und Straßen zurück zum Parkplatz. (2:15 Std. Gehzeit) - Fotogalerie

Freitag, 22. September 2017

Wanderung im Grand Luberon von Sivergues durch das Vallon de l'Aiguebrun zur Festungsruine Fort de Buoux

Kirche von Fort BuouxFelswände über dem Tal der Aigue Brun Unsere Wanderung beginnt tief im Grand Luberon im winzigen Weiler Sivergues, in dem die einzige apshaltierte Zufahrtsstraße D114 endet. Fragen nach Ursprung und Alter des Ortes münden in Legenden und Spekulationen. Bekannt ist, dass sich im 16. Jahrhundert von der Inquisition verfolgte Waldenser im Ort ansiedelten. Im Weiler mit nur 40 Einwohnern treffen wir auf einen großen Wanderparkplatz mit etlichen schattigen Picknickplätzen und einer sauberen Toilette. Darüber hinaus besteht keine öffentliche Infrastruktur. Wir sind heute die einzigen Besucher. Perfekt!
Unser Wanderweg führt zwischen Felswänden des Luberon durch ein Tal entlang des Baches Aigue Brun. Nach 1:15 Std. erreichen wir die auf einem Felsplateau liegende Festungsruine Fort de Buoux, die lange Zeit als uneinnehmbar galt. Der Ort ist seit prähistorischer Zeit besiedelt. Nachweisen lassen sich ein keltoligurisches Oppidum, ein römisches Castrum und eine mittelalterliche Burg des 13. Jahrhunderts. Um Hugenotten diesen Fluchtort  zu nehmen, ließ Ludwig XIV. die Burg um das Jahr 1660 schleifen. Nach ausgiebiger Besichtigung (5 € pP) wandern wir auf dem gleichen Weg zurück, weil wir einer diffusen Routenbeschreibung nicht trauen und Wanderkarte wie auch Markierungen nicht besonders hilfreich sind. (3:30 Std. Gesamtzeit inkl. Besichtigung)
Fotogalieren: Sivergues - Wanderweg - Fort de Buoux

Donnerstag, 21. September 2017

Wanderung durch die Gorges de Véroncle bei Gordes

Gorges de VéroncleGorges de Véroncle Wer einigermaßen beweglich, trittsicher, schwindelfrei ist und vor kleinen Abenteuern nicht scheut, kommt bei der Schluchtenwanderung durch die Gorges de Véroncle auf seine Kosten (Routenschreibung). Bereits der Abstieg in die Schlucht stimmt auf noch vor uns liegende Hürden ein, von denen es etliche gibt. Nachdem wir die erste von zwei verfallenen Wassermühlen in der Schlucht passiert haben, sind Strudeltöpfe zu überwinden und Wände mit oft leichter Kletterei auf- und abzusteigen. Stahlseile, Ketten, Leitern und Metalltritte sichern einige schwierige Passagen. Auf nicht risikofreien weiteren Passagen vermissen wir Sicherungen. Sporadische Markierungen (gelber Balken) erfordern Aufmerksamkeit. In dichterer Folge und weniger verblasst wären sie auf der teilweise weglosen Route hilfreicher.
Nach zwei abenteuerlichen Stunden verlassen wir die Schlucht und gehen am aussichtsreichen westlichen Rand in Richtung Gordes. Das uralte Dorf ist fraglos sehenswert. Geballter Schickimicki-Tourismus macht es uns unsympathisch. (3:50 Std. Gesamtgehzeit)
Fotogalerien: Gorges de Véroncle - Gordes

Mittwoch, 20. September 2017

Wanderung im Zedernwald des Petit Luberon

Aussicht auf den Mourre Nègre, 1.215 m, im Grand Luberon

Auf dem Weg zu einer Wanderung im Petit Luberon passieren wir zwischen den Orten Roussillon und Bonnieux den Pont Julien, der seit mehr als 2000 Jahren die Überquerung des Calavons ermöglicht. Die römische Steinbogenbrücke ersetzte im Jahr 3 v. Chr. eine hölzerne Vorgängerbrücke, um die Via Domitia zwischen Narbonne (Colonia Narbo Martius) und Turin (Augusta Taurinorum) wetterfest zu machen.
Zwischen Bonnieux und Lourmarin zweigt eine Stichstraße mit mehreren attraktiven Aussichtspunkten zu einem Zedern-Wald ab, den Napoleon III. 1861 auf dem Petit Luberon pflanzen ließ. Unweit der Stichstraße werden wir auf den 'Tour Philippe' aufmerksam. Das merkwürdige Gebäude ist ein unvollendeter Traum des Künstlers Philippe Audibert (19. Jh.). Der Künstler verstarb während der Bauphase. Im Gebiet des Zedern-Waldes sind 3 kürzere Wanderwege eingerichtet, von denen die beiden längeren Trails zu einem Plateau führen, das einen weiten Ausblick auf das Durance-Tal und darüber hinaus bietet.
Nach der Wanderung streifen wir durch Lourmarin. Der historische Ortskern ist sehenswert, aber stark touristisch geprägt. Mehr Ruhe vermittelt der Friedhof des Ortes, auf dem wir das Grab des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus (1913-1960) besuchen.
Fotogalerien: Wanderung im Zedernwald - Pont Julien - Lourmarin

Donnerstag, 14. September 2017

Wanderung im Grand Luberon von Auribeau über den Mourre Nègre

Funktürme auf dem Mourro Nègre, 1.125 mWegweiser am Start der Wanderung Der Mourre Nègre ist mit 1.125 m Höhe die höchste Erhebung des Luberon, ein Höhenzug mit Mittelgebirgscharakter im provencalischen Département Vaucluse. Auf dem Weg zum Start passieren wir das uns zuvor unbekannte, aber interressant wirkende Dorf Saignon. Wir sind auf Wanderung programmiert und nehmen uns einen Besuch für die nächsten Tage vor.
Unsere Wanderung startet im winzigen, aber durchaus hübschen Dorf Auribeau. Für den Aufstieg wählen wir einen attraktiven Abschnitt der Grande Traversée VTT de Vaucluse, ein 400 km langer MTB-Trail. Radfahrer treffen wir nicht. Nach 1:40 Std. Anstieg über ca. 700 Höhenmeter erreichen wir auf dem Kamm des Höhenzuges den GR92, ein den Luberon von Apt nach Cabrières-d’Aigues überquerender Wanderweg, dem wir nach Westen folgen. Der GR92 verläuft  unterhalb des Gipfels des Mourre Nègre, weshalb zum Gipfelplateau und dessen Telekommunikations-Einrichtungen noch einmal ein kurzer Anstieg zu nehmen ist. Die gerühmte Aussicht vom Mourre Nègre bleibt heute bescheiden. Nach einer Rast am Gipfel kehren wir in 1:20 Std. auf der kürzeren, direkten Route nach Auribeau zurück. (3:10 Std. Gehzeit) - Fotogalerie

Dienstag, 12. September 2017

Le Colorado provençal - Wanderung entlang der Ockerbrüche von Rustrel

Ockerbruch bei Rustrel Durch Ockerabbau sind im Luberon bei den Ortschaften Roussillon und Rustrel Ockerbrüche entstanden. In der Gegenwart wird noch an wenigen Stellen Ocker abgebaut, um daraus Naturfarben für das Kunstgewerbe zu gewinnen. Wo Ockerbrüche nicht mehr in Betrieb sind, bilden sie mit ihrem Farbenspiel eine beliebte touristische Sehenswürdigkeit. Auf Empfehlung unserer Vermieterin unternehmen wir eine Wanderung im sog. Colorado Provençal, Ockerbrüche bei der Ortschaft Rustrel. Eintritt wird nicht erhoben, aber weit um den Ort bestehen keine Parkplätze, so dass bei Anreise mit dem Auto für den Besuch ein kostenpflichtiger Parkplatz fällig wird. 5 € Parkplatzgebühr müssen wir nicht bedauern. Die Wanderung weckt Erinnerungen an das Death Valley, den Painted Desert Nationalpark in Arizona und den Valley of Fire State Park in Nevada. Ockerbrüche bei Roussillon werden wir in den nächsten Tagen ohne Auto besichtigen. - Fotogalerie

Donnerstag, 24. August 2017

Wanderung im Schweizerischen Nationalpark - Val da Stabelchod, Margunet, Val dal Botsch

Rastplatz Val da Stabelchod Um in der Umgebung des Standortes Glurns im oberen Vinschgau neue Wanderrouten zu erschließen, fahren wir heute über den Ofenpass in den Schweizerischen Nationalpark (Parc Naziunal Svizzer im bündnerromanischen Idiom) im Engadin (Kanton Graubünden).(1) Der Start unserer Wanderung liegt 'just around the corner' 35 km von Glurns entfernt am Parkplatz P8 der Ofenpassstraße.(2) Als 'Schnupperroute' entscheiden wir uns für eine im Nationalpark-Portal gelistete Tour, bei der wir zunächst das abwechslungsreiche Val da Stabelchod durchwandern, am Margunet-Pass auf eine wilde Landschaft treffen und im Val dal Botsch zur Ofenpassstraße zurückkehren.(3,4) Die Vielfalt der Eindrücke auf nur 6,6 km Strecke (450 Höhenmeter, 2,5 Std. Gehzeit) begeistert uns, obwohl wir weder Bartgeier noch Steinadler sichten, sich Rehe, Hirsche und Gämsen zu verstecken scheinen und uns weder Wölfe noch Bären begegnen. Vielleicht waren wir auch nur zu ungeduldig bzw. nicht aufmerksam genug. Wie auch immer, wir werden zurückkehren, weitere Touren erkunden, ein Fernglas mitführen und uns mehr Zeit nehmen. - Fotogalerie

Mittwoch, 23. August 2017

Wanderung im Nationalpark Stilfser Joch von der Franzenshöhe an der Stilfserjochstraße nach Trafoi

Sperrhinweis DreifernerwegBerghotel Franzenshöhe, Stilfserjochstraße Recherchen im Internet wecken unser Interesse am Dreifernerweg zwischen Franzenshöhe und Berglhütte (die kürzlich 120-jähriges Jubiläum feiern konnte), den wir im Abstieg vom Hotel Franzenshöhe (2.188 m) gehen wollen. Bei sonnigem Wetter nehmen wir von Trafoi den frühen Bus zum Stilfser Joch, der uns um 8:40 Uhr an der Franzenshöhe absetzt. Am Einstieg des Wanderwegs erklärt ein Hinweis am Pfosten der Wegweiser, dass der Dreifernerweg (Nr. 14) gesperrt ist. Für diese Maßnahme wird es gute Gründe geben, aber warum sind Veranlasser sowie Gründe und voraussichtliche Dauer der Sperre nicht benannt? Als größeres Ärgernis empfinden wir, dass weder das Hotel Franzenshöhe noch Berglhütte oder Nationalparkverwaltung und auch keines der zahlreichen Wanderportale im Kontext ihrer Wanderempfehlungen auf diesen Sachverhalt im Web aufmerksam machen. Als Alternative entscheiden wir uns für den Abstieg auf dem Weg Nr. 13 über den Wallfahrtsort Heilige Drei Brunnen nach Trafoi (2:40 Std. Gehzeit). - Fotogalerie

Montag, 7. August 2017

Wanderung auf dem 'Kleinen Langtauferer Höhenweg' von Melag zur Weißkugelhütte

Langtauferer Tal, Melag, Karlinbach, Ötztaler Alpen Wolkenfreien Himmel und kristallklare Fernsicht nach einem Regentag nutzen wir für eine Wanderung im Langtauferer Tal zur Weißkugelhütte, 2.544 m. Gleich 4 Routen führen von Melag(1) zur Weißkugelhütte, sodass Rundwege in verschiedenen Varianten möglich sind.(2) Wir entscheiden uns für eine wenig begangene Variante, die ausgetretene 'Autobahnen' zur Hütte auf einem im Vergleich längeren und etwas anspruchsvolleren Pfad (T3 gem. SAC-Wanderskala) umgeht, Kleiner Langtauferer Höhenweg, und erleben einen Höhepunkt unserer diesjährigen Wandersaison.
(4:05 Std. Gesamtgehzeit, ca. 650 Höhenmeter) - Fotogalerie



Montag, 31. Juli 2017

Rundwanderung am Vinschger Nördersberg vom Gasthof Hasl über die Göflaner Scharte

Weißwand

Göflaner Scharte Nachdem wir die Tour vor 10 Tagen aufgrund von Gewittern abgebrochen bzw. zu einer Marmorweg-Wanderung umfunktioniert haben (Fotogalerie 21.07.2017), starten wir heute bei besseren Wetterbedingungen und treffen trotzdem zwischen Göflaner Alm und Kreuzjöchl keine weiteren Wanderer. Die Runde gehen wir traditionell gegen den Uhrzeigersinn in Richtung Göflaner Alm und Marmorbruch. Nach 2 Std. verzweigt unser Weg zwischen Alm und Marmorbruch zum 'Schartl'. Vor uns liegt bald unter der Weißwand ein unschwierig zu querendes ausgedehntes Geröllfeld. Gepolter aus Richtung Weißwand lässt uns aufschrecken. Eine vermutlich von Wanderern ausgelöste Steinlawine bewegt sich in unsere Richtung. Wir suchen Schutz in einer Mulde und machen uns klein. Glücklicherweise kommen die Steinbrocken oberhalb der Route zur Ruhe. Mit erhöhtem Adrenalinspiegel setzen wir den Weg fort und erreichen nach 3:10 Std. die Göflaner Scharte. Highlight dieser Runde ist die aussichtsreiche, ca. einstündige Wanderung auf dem 'Breitbichl'-Gratweg zum Kreuzjöchl. Der monotone Abstieg durch Wald zurück zum Ausgangspunkt fordert eine weitere Stunde. (13,5 km, 5:10 Std.. Gehzeit, 950 Höhenmeter) - Fotogalerie

Sonntag, 30. Juli 2017

Vinschger Höhenweg von St. Martin nach Juval

Symbol des Vinschger Höhenwegs Eine labile Wetterlage verhüllt Gipfel des Vinschgaus mit einer tiefen, dichten Wolkenschicht und macht Touren in höheren Lagen uninteressant. Wanderungen am Vinschgauer Sonnenberg sind im Hochsommer bei Sonnenschein kein Vergnügen, aber unter den aktuellen Bedingungen bietet der Sonnenberg zahlreiche interessante Optionen. Wir entscheiden uns für einen Abschnitt des Vinschger Höhenwegs. Mit der Vinschger Bahn fahren wir von Kastelbell nach Latsch , um von dort mit der Seilbahn St. Martin unseren Startort zu erreichen, St. Martin im Kofel.(1) Vom Bergdorf in 1.740 m Höhe und gehen wir überwiegend absteigend in Richtung Juval und machen unser Tagesziel von der Wetterentwicklung abhängig.(2) Das Wetter entwickelt sich positiv, so dass wir diese ebenso schöne wie interessante Route 5:30 Std. Gehzeit auskosten können und dabei mehr als 1.400 m absteigen und ca. 300 m ansteigen. - Fotogalerie

Donnerstag, 27. Juli 2017

Schnalstalwanderung zur Penauder Alm bei Karthaus

Penauder Alm (2.323 m) Bei bewölktem Wetter und frischer Temperatur wandern wir auf einem Abschnitt des archäologischen Wanderwegs A5 vom Waldparkplatz (1.540 m) bei Karthaus im Schnalstal zur Penauder Alm (2.323 m) im Penaudtal (Wanderroute). Der kontinuierlich ansteigende Wirtschaftsweg entlang des Penaudbachs verläuft zunächst durch ein enges, bewaldetes Tal, das sich jedoch noch ca. einer Stunde öffnet und über 2 Geländestufen in den Bergkessel eines Almengeländes führt, an dessem westlichen Ende wir gerade rechtzeitig vor einem Regenschauer die bewirtschaftete Penauder Alm erreichen (1:50 Std., 790 Höhenmeter). Nach ausgiebiger Rast unternehmen wir auf dem Rückweg einen kurzen Abstecher zu einem magischen Wetterkreuz. Eine Stele in der Umgebung des Wetterkreuzes informiert über archäologische Funde, die annehmen lassen, dass Jäger und Sammler bereits vor ca. 10.000 Jahren (im Mesolithikum) das Tal aufsuchten. (Rückweg 1:35 Std., 3:25 Std. Gesamtgehzeit)
- Fotogalerie

Sonntag, 23. Juli 2017

Wanderung auf Waalwegen am Vinschger Sonnenberg von Kortsch nach Allitz

Gungghofer-Mühle am Zaalwaal Unsere gestrige Wanderung am Vinschger Sonnenberg entlang Waalwegen von Kastelbell nach Kortsch (Fotogalerie 22.07.2017) setzen wir heute bis Allitz fort. Die Wanderroute verläuft zunächst auf Weg 6a am Zaalwaal. Der Apfel-Monokultur im Vinschgau ging über Jahrhunderte eine Getreide-Monokultur voraus. Zwei der ehemals zahlreichen Kornmühlen sind am Zaalwaal erhalten.
Am Kortscher Sportplatz erklärt ein Hinweis die auffällige Ausbreitung braun verfärbter Kiefern am Sonnenberg und zeigt einmal mehr den Fluch von Monokulturen. Aktuell sind im Vinschgau Kiefern vom Pinien-Prozessionsspinner befallen. Die Raupen werden zwar mit biologischen Mitteln bekämpft, aber die Maßnahmen sind keine Problemlösung. Mittel- bis langfristig ist eine Umwandlung in Mischwälder geplant.
Wir wechseln auf Weg 15a, wandern bis Allitz durch eine unbewässerte Steppen-Vegetation des Sonnenbergs und erreichen nach 1:20 Std. Wanderzeit das Allitzer Gasthaus Sonneck. Herbert Thaneis regionale Küche des unscheinbaren Dorfgasthauses genießt zu Recht weit überregionale Beachtung.
Auf dem Rückweg von Allitz nach Kortsch (1:00 Std.) erfrischen uns Beregnungsanlagen endloser Apfel-Monokulturen. Vermeintlich marktkonform-kluge Wirtschaft, die massive Einsätze von Düngemitteln und Pestiziden nicht scheut, mutierte das ehemalige 'Tiroler Armenhaus' in der Gegenwart zu einer Oase des Wohlstands. Wie lange und zu welchem Preis? (2:20 Std. Gesamtgehzeit) - Fotogalerie

Dienstag, 18. Juli 2017

Schnalstalwanderung zur Klosteralm bei Karthaus - Besichtigung Karthaus

Klosteralm, 2.154 m

Für größere Höhen ist das Wetter heute weniger geeignet. Wir bleiben trotzdem nicht untätig und unternehmen eine Wanderung im Schnalstal von Karthaus zur Klosteralm (2.154 m). Da wir vom Waldparkplatz in 1.540 m Höhe starten, sind lediglich 600 m bis zur Alm anzusteigen. Wer es bequemer liebt, bleibt auf dem Wirtschaftsweg und erreicht die Alm in 1:45 Std.. Wer die sportlichere Variante bevorzugt, wählt den direkteren, deutlich steileren Weg Nr. 23 (1:20 Std.). 25 Minuten Zeitersparnis kosten viel Schweiß. Bei einer ausgiebigen Rast an der Klosteralm sammeln wir neue Kräfte für den Rückweg (1:05 Std. auf dem Wirtschaftsweg). (2:25 Std. Gesamtgehzeit) - Fotogalerie

Ausstellung Kunst in der Kartause Das Dorf Karthaus ist eine Besichtigung wert, zumal am vergangenen Wochenende die Jubiläumsausstellung zu 30 Jahren Kunst in der Kartause mit dem Titel 'Kultur ist eine Ordensregel' eröffnet wurde (15.07.-20.08.2017). Karthaus geht auf das im 14. Jahrhundert gegründete Kartäuserkloster Allerengelberg zurück (PDF-Flyer Silentium). Das Kloster wurde zwar im Rahmen Josephinischer Reformen 1782 aufgelöst, aber Spuren der ehemaligen Klosteranlage und eine gelungene Ortsgestaltung verleihen dem Dorf eine besondere Magie. Die aktuelle Ausstellung beschränkt sich nicht auf Räumlichkeiten des ehemaligen Kreuzgangs. Objekte von insgesamt 8 Südtiroler Künstlern sind über das gesamte Dorf verteilt. - Fotogalerie

Montag, 17. Juli 2017

Schnalstalwanderung über das Taschjöchl, 2.772 m

Wandergruppe am Tascheljöchl, 2.772 m Das 2.772 m hohe Tascheljöchl ist ein Übergang eines archaischen Weges zwischen dem Vinschgau bei Schlanders und dem Schnalstal bei Kurzras. Der lange Weg durch das wunderschöne, einsame Schlandrauntal ist uns mittlerweile vor allem wegen ca. 2.000 m Höhendifferenz zu beschwerlich. Bei perfekten Wetter- und Sichtbedingungen begnügen wir uns mit ca. 800 m Anstieg und 1.000 m Abstieg auf Rundwanderung über das Tascheljöchl. Wir starten am Wieshof bei Kurzras im Schnalstal. Weg Nr. 4 führt zunächst durch schattigen Kiefernwald zum Lagauntal, eine urzeitliche Siedlungsfläche, die wir nach 50 Minuten erreichen. Ab hier windet sich der hervorragend ausgebaute Weg deutlich steiler bis zum Tascheljöchl (2:20 Std. ab Wieshof). Eine grandiose Aussicht rechtfertigt alle Anstrengungen. Nach ausgiebiger Rast an den Ruinen der verfallenen Alten Heilbronner Hütte steigen wir zur Bergl Alm (2.214 m) ab, die in dieser Saison zwar eine Baustelle ist, aber trotzdem eine eingeschränkte Bewirtung anbietet (1:05 Std, ab Tascheljöchl). Nach weiteren 35 Minuten Abstieg erreichen wir das Hotel Gerstgras, von dem wir mit dem Linienbus zum Ausgangspunkt zurückkehren. (4 Std. Gesamtgehzeit) - Fotogalerie

Sonntag, 16. Juli 2017

Schnalstalwanderung über den Lafetzberg

Lafetzberg (Mastaunpichl), 2.285 m Den Rundweg im mittleren Schnalstal über den 2.285 m hohen Lafetzberg (auch 'Mastaunpichl' oder 'Bichele', mundartlich für 'Hügel') zwischen Mastauntal und Lafetztal haben wir im Vorjahr entdeckt (Post vom 2.08.2016). Heute gehen wir die Runde vom Parkplatz am archeoParc in Unsere Frau (1.500 m) in der Gegenrichtung über das Mastauntal und die Mastaunalm auf den Lafetzberg. Bei der Alm (35 Minuten) verlassen wir den Almenweg und steigen auf dem gut ausgebauten Weg Nr. 19 steil im Kiefernwald auf. Nach 1:40 Std. erreichen wir an der Baumgrenze den mit einem Gipfelkreuz versehenen 'Lafetzberg', ein Aussichtspunkt mit großartigem Ausblick auf das Schnalstal und Dreitausender des Schnalskamms. Eine Bank lädt zum Rasten und Verweilen ein. Da wir früh zu diesem beliebten Platz aufgestiegen sind, gehört er uns exklusiv. Der Abstieg über die Lafetzalm (45 Minuten ab Lafetzberg) ist ein wenig länger als der Anstieg, aber zwischen flacheren Passagen nicht weniger steil. (1:45 Std. Abstieg, 3:25 Std. Gesamtgehzeit) - Fotogalerie

Dienstag, 11. Juli 2017

Schlernwanderung ab Ums auf dem Knüppelweg zur Sesselschwaige

Wanderweg durch die Teufelsschlucht Blick von Ums zum Ritten Sesselschwaige

Unser Ziel ist heute nicht der Schlerngipfel (den haben wir bereits vor einigen Tagen besucht: Post vom 7.07.2017), sondern die Sesselschwaige an der Waldgrenze unterhalb des Schlernplateaus (Routenbeschreibung). Die Wanderung startet in 930 m Höhe am Parkplatz des Dörfchens Ums zwischen Völs und Prösels. Aus Richtung Ums blicken wir zum Eisacktal und darüber hinaus. Unser Weg führt jedoch mit mehr als 1000 m Höhendifferenz in die Gegenrichtung, in der Morgendunst und Wolken den Blick auf Schlern und Hammerwand vernebeln. Am Vormittag steigt die Wolkengrenze jedoch höher und das Wetter bleibt bis zum Abend friedlich. - Fotogalerie

Sonntag, 9. Juli 2017

Sonntags-Ausflug mit Ritten-Spaziergang von Klobenstein nach Maria Saal

Ritten, Schlern, Rosengarten

Rast am Gasthaus Maria SaalWanderweg zu Erdpyramiden im Finsterbachgraben Das Wetter ist heute labil und die Beine sind nach einer Schlerntour noch schwer (Post vom 7.07.2017). Wir halten den Ball flach und unternehmen auf den Spuren berühmter Sommerfrischler wie Bronisław Malinowski, Sigmund Freud und Franz Kafka einen Ausflug auf den Ritten, den wir mit einer kurzen Wanderung verbinden. Dank Mobilcard nutzen wir den Bus nach Bozen, die Rittner Seilbahn nach Oberbozen und die Rittner Bahn nach Klobenstein ohne weitere Kosten und sparen glatt 20 € pP. Die Wanderung von Klobenstein nach Maria Saal via Fennpromenade und Erdpyramiden im Finsterbachgraben erweist sich eher als ein Spaziergang ohne besondere Anstrengungen. Nach 1:15 Std. erreichen wir die Wallfahrtskirche Maria Saal bei Mittelberg. Auch ohne größere Anstrengungen schmeckt uns der Kuchen im Gasthaus Maria Saal, ehe wir ab dem Gasthaus den Bus zurück nach Bozen nehmen. - Fotogalerie

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kulturtour zum Kloster Säben im Eisacktal bei Klausen

Kloster Säben Wer durch das enge Eisacktal fährt und in der Höhe von Klausen seinen Kopf in Richtung oberer Nordhang verrenkt, blickt zu Gebäuden des Klosters Säben. Wir haben schon oft und aus verschiedenen Richtungen zum Kloster Säben geblickt, zuletzt während unserer Kulturwanderung auf dem Keschtnweg von Barbian nach Klausen. Aus der Nähe konnten wir das Kloster auch auf dieser Wanderung nicht betrachten, weil die Wanderroute durch den Graben des Tinnebachs nach Klausen führt. Allerdings gilt das Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Klostergebäude ohnehin als keine herausragende kulturhistorische Sehenswürdigkeit und kann nur von außen besichtigt werden. Im Kloster lebende kontemplative Benediktinerinnen möchten in ihrer strengen Klausur ungestört bleiben, aber das Klostergelände und 3 Kirchen stehen Besuchern offen. Nach einer Halbtages-Wanderung auf dem Geotrail Pufels betreten wir am Nachmittag den 'heiligen' Säbener Berg. - Fotogalerie

Geotrail Pufels - Entstehung der Dolomiten, Perm-Trias-Grenze, Felssturz von Pontives

Sedimentschichten am Geotrail Pufels

Das Seiser-Alm-Magazin 'Alpe' berichtet in Ausgabe Sommer 2013 ("Wie kommt die Muschel in die Berge?") über einen 2011 neu eingerichteten Themenweg, den Geotrail Pufels, der rund 300 Millionen Jahre Erdgeschichte anschaulich macht. Die Thematik interessiert uns und der Themenweg zwischen dem Panider Sattel und Pufels im Grödnertal ist in wenigen Minuten Fahrzeit erreichbar. Unsere Eindrücke auf dem Themenweg beschreibt dieser Post. - Fotogalerie

Montag, 3. Juli 2017

Kulturwanderung auf dem Keschtnweg von Barbian nach Klausen

Wanderin auf dem Keschtnweg bei Sauders Von dieser attraktiven Etappe des Keschtnwegs im Eisacktal auf dem Abschnitt von Barbian über Villanders nach Klausen wollen wir nicht abschrecken, aber der Schlussabstieg nach Klausen verstimmt uns. Ob das Geländeprofil die Routenführung des Keschtnwegs über Klausen erzwingt, können wir mangels Ortskenntnis nicht beurteilen. Ebenso wissen wir nicht, ob der alternative Abstieg über den Johanser-Hof angenehmer zu gehen ist. Wie auch immer es sei, wenn Wanderer über Güllewiesen auf einen steilen Schutthang des Tinnetals genötigt werden und Gewerbezonen sowie Baustellen durchqueren müssen, bis sie endlich die Altstadt erreichen, ist der Abstieg schlecht gelöst und keine Werbung für den Keschtnweg. Dass wir unsere Wanderserie auf dem Keschtnweg vorerst beenden(1), ist nicht dem angemerkten Sachverhalt geschuldet, sondern ansteigenden Temperaturen, mit denen Aktivitäten in höheren Lagen möglich werden und ratsam sind. Nun aber der Reihe nach. - Fotogalerie

Sonntag, 2. Juli 2017

Ritten-Wanderung auf dem Keschtnweg von Lengstein nach Unterinn

Schlern, Hammerwand, Rosengarten, Völseggspitze, Latemar
Die gestern in Saubach begonnene Wanderung auf dem Rittener Keschtnweg hat uns ungewollt nach Lengstein verschlagen (Post vom 1.07.2017). Ab dort setzen wir heute die Wanderung bis zur Gemeinde Unterinn fort (Routeninformation). Die landschaftlich interessante und aussichtsreiche Strecke ist kein Spazierweg, weil im ständigen Auf- und Ab mehrere Gräben mit Bächen zu überwinden sind. Im letzten Graben vor Unterinn besichtigen wir eine Erdpyramiden-Formation, von denen auf dem Ritten mehrere bestehen. Am östlichen Rand der Gemeinde Unterinn liegt ca. 3 km vom Ortszentrum entfernt das Weingut Ansitz Dolomytos Sacker, das wir uns gerne angeschaut hätten. Auf einen Abstecher verzichten wir, um den Bus nach Lengstein nicht zu verpassen (10 km - 3,5 Std. Gehzeit). Fotogalerie - Fortsetzung 3.07.2017: Kulturwanderung auf dem Keschtnweg von Barbian nach Klausen  

Samstag, 1. Juli 2017

Ritten-Wanderung auf dem Keschtnweg von Saubach nach Lengstein

St. Andreas, 14. JH., am Kaiserweg (Via Raetia) bei Antlas Das Wetter entwickelt sich zwar sommerlicher, aber es bleibt noch immer wechselhaft, weshalb wir eine Wanderung in tieferen Lagen auf dem Ritten unternehmen. Mit der von unseren Gastgebern zur Verfügung gestellten Mobilcard nutzen wir Buslinien von Seis am Schlern über Waidbruck nach Saubach, Ortsteil von Barbian, um einen Abschnitt des 63 km langen Keschtnwegs(1) bis in die Nähe von Klobenstein zu gehen. Der Auftakt mit gleich mehreren Highlights stimmt euphorisch, aber nach etwa halber Wegstrecke wendet sich das Blatt. - Fotogalerie





Freitag, 30. Juni 2017

Wanderung auf dem Oachner Höfeweg

Schloß Prösels

Die Wettersituation zwingt uns in tiefere Lagen mit Mittelgebirgscharakter, in denen wir eine Wanderung auf dem Oachner Höfeweg (PDF) unternehmen ('Oacha' ist eine mundartliche Verballhornung des Ortsnamens 'Aicha'). Der Weg führt über 8 km am Nordhang des Tierser Tals von Schloss Prösels bei Völs am Schlern vorbei an einigen sehenswerten alten Höfen bis zur Kirche St. Katharina in der zur Tierser Fraktion Breien gehörenden Siedlung St. Kathrein. Geschichte und Gebäude einiger Höfe am Weg werden z.T.  bis ins 13. Jahrhundert datiert. Die Siedlungsgeschichte an den Hängen des Tierser Tals ist jedoch viel älter und lässt sich über 6000 Jahre zurückverfolgen. Nach 2:50 Std. erreichen wir das im 13. Jahrhundert ursprünglich im romanischen Stil errichtete und im 15. Jahrhundert gotisch erweiterte Kirchlein St. Katharina. Bemerkenswert sind an der Außenwand der Kirche Fresken im gotischen Stil aus dem Jahr 1420. Der nie übermalte Bilderzyklus erzählt in lebendigen Farben die Legende der Königstochter Katharina von Alexandria.
Nach kurzer Rast gehen wir den Höfeweg ca. 15 Minuten zurück und setzen ihn auf einer kräftig ansteigenden Abzweigung zum Berggasthof Schönblick fort, in den wir nach 3:40 Std. Wanderung einkehren. In ca. 1200 m Höhe bietet der Gasthof neben guter Küche bei günstiger Wetterlage ein phantastisches Bergpanorama. Wie an den Vortagen ist auch heute das Wetter eher bescheiden. Während unserer Rast zieht das obligatorische Gewitter heran, so dass wir auf dem 45-minütigen Rückweg über das Biotop Schnaggenkreuz nach Prösels wieder einmal die Beine in die Hand nehmen und schließlich froh sind, nur nass zu werden. (4:35 Std. Gehzeit) - Fotogalerie

Mittwoch, 28. Juni 2017

Wolkenwanderung im Tierser Tal über die etwas andere Tschafonhütte zur Völseggspitze

Rosengarten und Latemar

Nein, heute sind wir nicht in Regenschauer geraten. Ja, Gewitter gab es auch, aber sie zogen erst auf dem Rückweg unserer Wanderung von Weißlahnbad zur Völseggspitze auf. Wir konnten noch rechtzeitig das Auto erreichen, ehe das Wetter kippte. Glück gehabt, aber heute auch alles richtig gemacht.
In Anbetracht der unsicheren Wetterlage wählen wir ein Wanderziel, das nicht allzu hoch liegt und von dem wir uns schnell zurückziehen können. Die Wanderung zur Völseggspitze ist keine Notlösung, sondern eine unserer leichteren Lieblingstouren, die großartige Aussichten mit einer besonderen Hütte kombiniert. - Fotogalerie 2017 - Fotogalerie 2016 - Fotogalerie 2015

Dienstag, 27. Juni 2017

Gewitter am Geologensteig im Schlerngebiet

Dass Wetterportale bei schwierigen Wetterlagen versagen (obwohl sie gerade dann nützlich wären), beweisen sie heute einmal mehr. Für den Vormittag ist moderates Wetter ohne Gewitter mit geringer Regenwahrscheinlich prognostiziert, während am Nachmittag mit Regen und Gewittern zu rechnen sei. Tatsächlich kommt es genau umgekehrt. Mit Regen können wir umgehen, aber vor Gewittern haben wir großen Respekt. Vorsichtshalber unternehmen wir eine kürzere Tour auf dem Geologensteig des Schlerngebietes in der Umgebung unserer Unterkunft. Nach 1:20 Std. Wanderung setzt zunächst Regen ein, dann kracht es mehrmals gewaltig. Ein Gewitter nähert sich. Glücklicherweise erreichen wir 10 Minuten später die Proßliner Schwaige, an der wir den Abzug des Gewitters abwarten. Der nächste Abschnitt der Wanderung führt zur ca. 1 Stunde entfernten Schlernbodenhütte. Zeitgleich mit unserem Eintreffen an der Hütte nähert sich das nächste Gewitter mit Regenschauern. Auf dem Abstieg und am Nachmittag bleibt es immerhin trocken. Gegen Abend wird das Wetter sogar ausgesprochen schön. Fotos haben wir unter diesen Wetterbdingungen nicht aufgeommen. Eindrücke dieser Tour beschreibt ein Post von 2015: Wanderung durch 250 Millionen Jahre Erdgeschichte auf dem Geologensteig bei Bad Ratzes

Montag, 26. Juni 2017

Auftakt-Wanderung von der Seiser Alm zum Schutzhaus Tierser Alpl bei Traumwetter

Schlernpanorama auf der Seiser Alm

Schutzhaus Tierser Alpl, Roterdspitze Bei Ankunft in Seis am Schlern zeigte das Thermometer 33 Grad, und das in 1100m Höhe! Noch am Abend und über den nächsten Tag brachte ein Wettersturz mit Gewittern und Regen Abkühlung. Traumwetter am Folgetag nutzen wir für eine Wanderung von der Seiser Alm zum Schutzhaus Tierser Alpl auf einem Sattel zwischen Schlern und Rosengarten. Da die Zufahrt zur Seiser Alm für private PKW's nur bis 9:00 Uhr möglich ist, starten wir zeitig und beginnen die Wanderung um 8:40 Uhr vom kostenfreien Parkplatz P1 am Spitzbühellift in 1720 m Höhe. 20 Minuten später erreichen wir Compatsch, von wo wir auf den Wegen 7 und 2 der Rosszahnscharte am östlichen Ausläufer des Schlerns entgegengehen, die wir nach ca. 2 Std. erreichen. Phantastische Fernsicht an der 2500 m hohen Scharte belohnt alle Anstrengungen. Ein kurzer Abstieg führt zum unlängst erweiterten, modernisierten und 2015 mit dem Südtiroler Architekturpreis ausgezeichneten Schutzhaus Tierser Alpl (2:20 Std.). Nach verdienter Rast besuchen wir die Kapelle des Schutzhauses, ehe wir den Rückweg auf der etwas längeren und profilierteren Alternativ-Route über die Mahlknechthütte antreten (2:35 Std.). - Fotogalerie

Sonntag, 11. Juni 2017

Rückkehr zum Brough of Deerness im Mull Head Nature Reserve, Orkney Mainland

Mull Head Covenanter's Memorial auf der Halbinsel Deerness Während uns Regenschauer auf unserer gestrigen Kulturtour durch das Heart of Neolithic Orkney  begleiteten, zeigt sich das Wetter bei unserer heutigen Revival-Tour im westlichen Teil von Mainland Orkney wie ausgewechselt und schenkt uns bei einer Wanderung an der Steilküste des Mull Head Nature Reserve auf der Halbinsel Deerness pures Wanderglück (Routenbeschreibung: Walkhighlands Mull Head). Ein leicht ausgesetzter und mit Seilen gesicherter Pfad führt als Abstecher auf die von Pikten und von Wikingern besiedelte Gezeiteninsel Brough of Deerness. Von der ehemaligen Siedlung sind oberflächlich lediglich Ruinen einer 1975/6 von Archäologen freigelegten  Kapelle erhalten (The Chapal on the Brough). Die Wanderung haben wir 2009 schon einmal unternommen. Damals trafen wir auf dem Brough auf Ausgrabungstätigkeit einer Gruppe von Archäologen. Der Leiter der Ausgrabungen, Dr James Barret, Archäologe der Universität Cambridge, erklärte uns, dass er im Rahmen eines Archäologie-Projektes mit einer Studentgruppe Siedlungsspuren untersuche (). Später entdeckten wir einen Forschungsbericht der Ausgrabungen 2009 auf dem Brough of Deernes (PDF, engl.), den eine Webseite über Viking Archeology (engl.) zitiert. Dank tieferer Grabungen in Folgejahren konnte piktische Siedlungsspuren nachgewiesen werden (Pikten auf dem Brough, engl.). Grabungsspuren sind inzwischen von Natur überwachsen. Sichtbar bleiben 390 Millionen Jahre Erdgeschichte dokumentierende geologische Sedimente. 
Fotogalerien: Südliches Orkney Mainland - Nature Reserve Mull Head auf Deerness, Orkney Mainland 

Mittwoch, 31. Mai 2017

An Sgùrr, Insel Eigg

MV Sheerwater im Hafen Airsaig, Insel Eigg im Hintergrund Völlig trockene, sonnige Tage sind an der schottischen Westküste Ausnahmen. Heute ist so ein Tag, den wir mit einem Ausflug zur Insel Eigg feiern, eine der 'Small Isles' der Inselgruppe Innere Hebriden.(1) Angelockt hat uns der An Sgùrr bzw. dessen von Einheimischen als 'The Nose' bezeichneter markanter Gipfel. Das Nasen-Bild ist nachvollziehbar, uns erinnert der Gipfel jedoch an den Shiprock in der Four-Corners-Region des Colorado Plateaus.(2) Mit 397m Höhe ist der An Sgùrr zwar eher ein Hügel als ein Berg, aber Bedingungen und Anforderungen einer Besteigung sind nicht mit Spaziergängen im Mittelgebirge vergleichbar, sondern mit alpinem (Klein-) Format.
Im Linienverkehr sind die kleinen inneren Hebrideninseln via CalMac-Fährverkehr ab Maillag oder von Ende April bis Mitte September mit der MV Sheerwater ab Arisaig zu erreichen. Wir entscheiden uns für die Variante ab Arisaig, die uns 5 Stunden Zeit für den An Sgùrr lässt.(3) - Fotogalerie Insel Eigg

Dienstag, 30. Mai 2017

Kentra Bay und Castle Tioram

Castle Tioram am Loch Moidart

Kentra Beach Während Mitteleuropa derzeit in einer Hitzeblase schmort, hält uns Schottland mit Regenschauern und angenehmen 12-15 Grad frisch. Wegen des unsicheren Wetters unternehmen wir im Nordosten der Halbinsel Ardnamurchan in der Nähe der Ortschaft Acharacle kurze Wanderungen zur Kentra Bay (2:20 Std., Wegbeschreibung Singing Sands near Kentra) sowie zur Burgruine Castle Tioram an der Mündung des River Sheil auf einer Gezeiteninsel im Loch Moidart (30 Minuten ab Parkplatz Dorlinn).
Da gerade Ebbe ist, erreichen wir trockenes Fußes das Castle Tioram und können sogar einen Blick in den Innenhof der Ruine werfen. Die Burgruine ist wegen Einsturzgefahr eigentlich mit einem Zaun verschlossen, aber eine Tür im Zaun steht offen, weil offensichtlich jemand das Schloss geknackt hat.
Wenn Prognosen zutreffen, wird morgen trockenes Wetter mit Sonnenschein vorherrschen. Vorsorglich haben wir eine Bootstour ab Arisaig zur Insel Eigg gebucht.  Fotogalerien: Kentra Bay - Castle Tioram 


Montag, 29. Mai 2017

Ariundle Oakwood Nature Reserve, Western Highlands

Woodland Walk Ariundle Oakwood Nature ReserveStrontian River Nach sonniger Ankunft am gestrigen Nachmittag zeigt sich das Wetter heute wieder west-schottisch, so dass wir nur eine kurze, jedoch absolut lohnenswerte Wanderung entlang des Strontian Rivers und durch gemäßigten Regenwald des Ariundle Oakwood Nature Reserve bei Strontian am Loch Sunart unternehmen. (Wegbeschreibung: Ariundle Oakwoods circular)
Das Naturreservat ist ein Rest eines ehemaligen Eichenwaldgürtels, der sich nach der letzten Eiszeit entlang der Atlantikküste von Portugal bis nach Norwegen ausbreitete und seit dem Neolithikum mit der Sesshaftigkeit von Menschen weitgehend ausgerottet wurde. Im Ariundle Oakwood Nature Reserve treffen Wanderer nicht nur auf alte Eichen, sondern auch auf eine große Vielfalt von Farnen, mehr als 70 Moosarten, mehr als 50 Lebermoosarten und mehr als 200 unterschiedliche Flechtenarten. Botanisch sind wir nicht kompetent genug, um die verschiedenen Arten identifzieren zu können. Wir berauschen uns stattdessen an magischer Stimmung, die sich auf dem Kurs einstellt. Am Ende der Runde setzt nach 1:40 Std. Wanderung Dauerregen ein, für uns das Signal zur Rückkehr. - Fotogalerie Ariundle-Oakwood-Wanderung

Freitag, 12. Mai 2017

Wanderung zur Brand-Baude an der Brand-Aussicht - Aussichtsbalkon der Sächsischen Schweiz

Brandaussicht: Bastei über dem Elbtal

Trotz des auch heute sommerlichen Wetters verkündet die beste aller Ehefrauen nach der gestrigen anstrengenden Tour, heute nur eine kürzere Wanderung unternehmen zu wollen. Entscheidungen dieser Art sind nur selten verhandelbar. Der Hinweis, dass im Hinblick auf den Rennsteiglauf am 20. Mai längere Einheiten zu bevorzugen seien, findet erwartungsgemäß keine Resonanz. O.k., wir wandern heute eine halbe, aber dafür doppelt attraktive Route auf den Brand. Happy woman, easy life! - Fotogalerie Brand-Wanderung

Donnerstag, 11. Mai 2017

Feels Like Summer auf der rechtselbischen Highlight-Tour über die Schrammsteine zu den Affensteinen

Schrammsteinaussicht Eine Wanderung auf Stiegen zu Aussichten von Schrammsteinen und Affensteinen wird nur bei gutem Wetter außerhalb von Sonn-, Feier- und Ferientagen zum Vergnügen. Auf dieses Wetter warten wir seit einer Woche, in der wir uns mit Kälte und Nässe zufrieden geben mussten. Heute passt alles: Sonnenschein, 20 Grad, kein Getümmel.
Ein knackiger Anstieg auf dem Obrigensteig vom Zahnsgrund bei Bad Schandau zu den Schrammtoren bereitet auf das erste Hightlight vor, den nur im Aufstieg zu gehenden Wildschützensteig. Vom Endpunkt des Steigs erreichen wir über Felsstufen, Treppen und Leitern in 5 Minuten das nächste Highlight, die Schrammsteinaussicht.
Nachdem wir uns satt gesehen haben, folgt sogleich ein weiteres Highlight, der als Steig ausgebaute Schrammstein-Gratweg in Richtung Großer Winterberg. Das 4. Highlight der Tour erreichen wir nach 1,5 Std., ein felsiger Aussichtspunkt am Schrammsteinweg. Hier rastet jeder, auch wir. Auf der 'Lehne' steigen wir zum 'Zeughausweg' ab, von dem wir durch die 'Wilde Hölle' zu den Affensteinen aufsteigen wollen. Unachtsamkeit oder Blindheit lassen uns ungeplant in die steil ansteigende und leicht verwilderte 'Domstiege' abbiegen, (Highlight Nr. 5), auf der wir die 'Obere Affensteinpromenade' erreichen. Das Highlight 'Carolafelsen' in 15 Minuten Entfernung lassen wir uns nicht entgehen und rasten am Aussichtspunkt nach weiteren 1:40 Std. Wanderung.
Auf dem Rückweg via Heilige Stiege (Highlight Nr. 7 mit 903 Stufen), 'Heringsgrund' und 'Elbleitenweg' werden die Beine schwer. Sie melden an den Kopf "müde!", also gutes Training für den Rennsteiglauf am 20.05.2017, sagen wir uns. Nach 5 Std. Gehzeit (5:40 Gesamtzeit) sind wir zurück am Startpunkt und lassen den Nachmittag mit Kaffee und Kuchen auf der Terrasse unserer Ferienwohnung Zur schönen Aussicht ausklingen Highlight Nr. 8). - Fotoserie der Wanderung  

Wir haben es wieder getan: Linkselbische Wanderung über den Pfaffenstein

Pfaffenstein und Quirl
In Ferienzeiten und an Sonn- und Feiertagen ist der attraktive Pfaffenstein hoffnungslos überlaufen und für uns eine No-go-Area. Zur richtigen Zeit ist die Wanderung über den Pfaffenstein ein Must-do der Sächsische Schweiz, das wir bei keinem Aufenthalt versäumen. (Pfaffenstein-Posts aus Vorjahren: 26.Juni 2014, 19. Mai 2015, 6. Mai 2016.) Das Auto müssen wir für diese Wanderung nicht bewegen, weil wir ab dem Ferienhaus "Zur schönen Aussicht" in Pladerberg (ein Ortsteil von Königstein) starten.
Vom Wanderweg über Pfaffendorf zum Pfaffenstein bieten sich wetterbedingt eingeschränkte Aussichten auf Lilienstein, Festung Königstein, Quirl und Pfaffenstein. Immerhin bleibt es trocken mit niedriger zweistelliger Temperatur. Trotz etlicher Besuche im Laufe mehrerer Jahre entfaltet der Pfaffenstein auch heute eine sich jeder Beschreibung entziehenden Magie, die uns anzuziehen scheint. Nach dem Aufstieg via Nadelöhr und ausgiebiger Erkundung des zerklüfteten Plateaus (Wikimedia Commons: Karte Pfaffenstein) freuen wir uns auf die Einkehr im angenehmen Berggasthaus Pfaffenstein. In der Mittagszeit nimmt der aufsteigende Besucherstrom zu, für uns das Signal zum Aufbruch. Nach dem Abstieg auf dem Klammweg kehren wir in einem größeren Bogen über Gohrisch und Königstein zurück zum Pladerberg. (4:20 Std. Gehzeit) - Fotoserie Pfaffenstein

Dienstag, 9. Mai 2017

Feels Like Winter: Rechtselbische Wanderung vom Kirnitzschtal über den Großen Winterberg zum Hinteren Raubschloss

Luftige Leiter in der Klufthöhle am WintersteinLeiter am WintersteinAusblick am Winterstein
 
Den Tip zu dieser Wanderung verdanken wir einmal mehr dem vorzüglichen privaten Portal Wandern Sächsische Schweiz: Bärenfangwände (PDF). Eine Tourenbeschreibung ersparen wir uns, weil Ingo Geier nahezu perfekte Arbeit geleistet hat. Lediglich am Krinitzgrab sind wir unsicher. Lt. Ingo Geier "biegt der markierte Wanderweg knapp hinter dem Krinitzgrab rechts ab (...) zum Katzenstein." Wir finden weder Markierungen noch Abzweigung und folgen einfach dem nach links verlaufenden Weg.
Die Route im Kerngebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz wollten wir bereits im Vorjahr wandern, aber das Wetter war dagegen. Auch heute ist das Wetter mit einstelligen Temperaturen ungemütlich. Der Große Winterberg rechtfertigt seinen Namen und empfängt uns mit leichten Schnee- und Graupelschauern. Ansonsten bleibt es immerhin trocken. Trotzdem fasziniert uns die abwechslungsreiche Runde durch tiefe Schlüchte und über aussichtsreiche Höhen. Höhepunkt der Route ist der Aufstieg zum Winterstein. Eine kühne Steiganlage erschließt das Felsplateau. Bei besserem Wetter als heute bietet das Plateau ein grandioses Panorama. Auf dem Winterstein sind Reste einer mittelalterlichen Burganlage erhalten, die als 'Hinteres Raubschloss' oder als 'Raubstein' bezeichnet wird. Die Quellenlage zur Entstehung und Geschichte der Burg ist jedoch dürftig.
Abweichend von der Tourenbeschreibung gönnen wir uns einen kurzen Abstecher zum angenehmen Bergasthof am Großen Winterberg, der entgegen regionalen Meldungen des Vorjahres geöffnet ist. Auf der Fortsetzung des Weges biegen wir aus Unachtsamkeit an einem Wegkreuz falsch ab, was uns weitere ca. 15 Minuten kostet, sodass wir die Runde nach 5 Std. Gehzeit (5:40 Std. Gesamtzeit) beenden.
- Fotoserie der Wanderung