
Von dieser attraktiven Etappe des
Keschtnwegs im
Eisacktal auf dem Abschnitt von
Barbian über
Villanders nach
Klausen wollen wir nicht abschrecken, aber der Schlussabstieg nach
Klausen verstimmt uns. Ob das Geländeprofil die Routenführung des
Keschtnwegs über
Klausen erzwingt, können wir mangels Ortskenntnis nicht beurteilen. Ebenso wissen wir nicht, ob der alternative Abstieg über den Johanser-Hof angenehmer zu gehen ist. Wie auch immer es sei, wenn Wanderer über Güllewiesen auf einen steilen Schutthang des Tinnetals genötigt werden und Gewerbezonen sowie Baustellen durchqueren müssen, bis sie endlich die Altstadt erreichen, ist der Abstieg schlecht gelöst und keine Werbung für den
Keschtnweg. Dass wir unsere Wanderserie auf dem
Keschtnweg vorerst beenden(1), ist nicht dem angemerkten Sachverhalt geschuldet, sondern ansteigenden Temperaturen, mit denen Aktivitäten in höheren Lagen möglich werden und ratsam sind. Nun aber der Reihe nach. -
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Unser Auto parken wir in Klausen und fahren mit dem Bus zum Startpunkt in Barbian. Der sympathische, uralte Ort am Westhang des Eisacktals trumpft nicht nur mit Ausblicken auf das Eisacktal und Berggruppen der Dolomiten, er kann auch auf zahlreiche Sehenswürdigkeiten verweisen. Wahrzeichen des Ortes ist der 37 m hohe schiefe Turm der Pfarrkirche St. Jakob mit einer Schieflage von 1,57 m an der Spitze.(2)
Sauders (auch St. Moritz genannt), Villanders und Klausen liegen in Sichtweite, aber den Westhang des Eisacktals durchschneiden tiefe Gräben mit Bächen, die dem Wanderweg weite Bögen und ein schweißtreibendes Profil aufzwingen.

Auf eine reiche, bis in das
Mesolithikum reichende Historie blickt der Ort Villanders zurück, den wir nach 1,5 Stunden erreichen. Villanders ist uns vertraut, weil wir in Vorjahren mehrmals Sehenswürdigkeiten im Ort und seiner Umgebung im Rahmen von Führungen besichtigt haben. Der
Ansitz Steinbock im Ortszentrum wird in der Gegenwart als hochklassiges Hotel genutzt, dessen Restaurant in einschlägigen Gastro-Führern aufgeführt ist.

Jenseits von Villanders öffnen sich Ausblicke auf die
Puez-Geisler-Gruppe. Im Eisacktal erkennen wir oberhalb von Klausen das
Kloster Säben auf dem 'heiligen'
Säbener Berg. Besiedelt ist der Berg seit dem
Neolithikum. U.a. ist eine römische Siedlung nachgewiesen. Säben entwickelte sich zu einem frühchristlichen Zentrum, von dem sich das Christentum in Tirol ausbreitete. Vom 6. Jahrhundert bis 960 war Säben Bischofssitz, bis dieser nach
Brixen verlegt wurde. Das Klostergebäude wurde Ende des 17. Jahrhunderts gebaut. Ruinen der ehemaligen bischöflichen Burg dienten als Baumaterial. Im Kloster Säben leben kontemplative Benediktinerinnen in strenger Klausur.

Wir vermuten, dass unser Wanderweg am Kloster vorbeiführt, was jedoch in der Wanderkarte nicht genau auszumachen ist. Zunächst liegen 2 weitere zu durchquerende Gräben vor uns. Beim eingangs beschriebenen 2. Graben wird klar, dass der Weg unterhalb des Klosters zum
Tinnebach führt, der in Klausens Altstadt in die Eisack mündet. Nach 3:15 Std. Wanderung (10 km) endet unsere Wanderung in Klausen. Den mittelalterlichen Stadtkern haben wir bei anderen Gelegenheiten besichtigt. Heute treten wir gleich die Rückfahrt nach Seis am Schlern an.
Anmerkungen
- Etappen der Vortage:
01.07.2017: Ritten-Wanderung auf dem Keschtnweg von Saubach nach Lengstein
02.07.2017: Ritten-Wanderung auf dem Keschtnweg von Lengstein nach Unterinn
- Der Schiefe Turm von Pisa hat an der Spitze eine Auslenkung von 3,9 m bei 55,8 m Höhe.
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