Montag, 31. August 2015

Canyon-Wanderung in der Bletterbachschlucht

Amphitheater der Bletterbachschlucht unter dem Weißhorn
Der Bletterbach bei Aldein hat seit der letzten Eiszeit in nur etwa 15.000 Jahren eine im Alpenraum einzigartige Schlucht durch eine bis zu 400 m starke Schicht von Sedimenten und vulkanischen Ablagerungen gefräst, die unterhalb des Weißhorns ein geologisches Profil über 280 Millionen Jahre aufschließt. Das Gebiet Südtirols lag damals am Äquator. Allerdings gab es Europa vor 280 Millionen Jahren nicht, sondern den Superkontinent Pangea, der vor ca. 230 Millionen Jahren auseinanderzubrechen begann. Das Modell von Plattentektonik und Kontinentaldrift gilt als 'reife Wissenschaft', aber die Dynamik des Modells ist bisher ungeklärt.
Ein Netz von Wanderwegen macht die 8 km lange Bletterbachschlucht zugänglich. Seit 10 Jahren hat die Schlucht als GEOPARC Bletterbach den Status 'UNESCO Welterbe', was sich einerseits positiv auf die Infrastruktur auswirkt, andererseits viele Touristen anzieht und den GEOPARC Bletterbach zu einem beliebten Familienziel macht. Wer Wert auf Ruhe legt, sollte vor 10:00 Uhr eintreffen. Diashow der Fotoserie

Donnerstag, 27. August 2015

Almenwanderung auf dem Meraner Höhenweg im Pfossental

Vorderkaser im Pfossental
Nach kräftezehrender Tour über das Madritschjoch (Post vom 26.08.2015) halten wir den Ball heute flach und wandern auf dem Almenweg im Pfossental einen Abschnitt des Meraner Höhenwegs vom Vorderkaserhof (1693 m) zum Eishof (ehemals Alm, in der Gegenwart Berggasthof, 2070 m). Wir starten früh, weil sich erfahrungsgemäß bei schönem Wetter ein unendlicher Besucherstrom in das Tal ergießt. Der erste Anstieg durch eine mit Lärchen bewaldete Schlucht ist noch steil, aber das Tal öffnet sich bald zu einem weiten Almengelände. Auf der Höhe der Mitterkaser-Alm (Jausenstation, 1954 m) macht eine Tafel auf verfallende Ackerterrassen aufmerksam, die aus der Zeit einer noch ganzjährigen Bewirtschaftung des Tals stammen. Bald darauf passieren wir die Rableid-Alm (Jausenstation, 2004 m). 1986 wurde die Alm von einer Lawine vollständig zerstört und anschließend neu erbaut. Im gemütlichen Spaziergangtempo erreichen wir nach Durchquerung eines Lärchenwaldes in der Mulde eines weiteren Almbodens den Eishof, unser Tagesziel (1:30 Std. Hinweg). Bei ausgiebiger Rast schweift der Blick über die vor uns liegenden Gipfel der Texelgruppe. Im Talschluss ist das Eisjöchl zu erkennen. Der Meraner Höhenweg führt über diesen 2895 m hohen Übergang zwischen Pfossental und Pfelderer Tal, an dem die für Fernwanderer und Gipfelgeher wichtige Stettiner Hütte im Februar 2014 von einer Lawine teilweise zerstört wurde. Unglücklicherweise ist die Route seit einigen Jahren eine auch bei Mountainbikern beliebte Tour, was eine Wanderung über das Eisjöchl zusätzlich beeinträchtigt. Gesteinsbrocken und eine Tafel informieren über geologische Formationen in der Umgebung des Eishofs. Wie erwartet, nimmt in der Mittagszeit der Besucherstrom zu. Zeit umzukehren (1:05 Std. Rückweg). Diashow der Fotoserie

Mittwoch, 26. August 2015

Wanderglueck auf der Tour vom Martelltal über das Madritschjoch in das Suldental

Blick vom Madritschjoch auf Königsspitze, Zebru, Ortler
Seit mehr als 10 Jahren sind wir nicht mehr die ca. 13,5 km lange Tour vom Martelltall durch das Madritschtal über das 3.123 m hohe Madritschjoch in das Suldental gegangen, auf der 1100 m Aufstieg und 1250 m Abstieg bis zur Talstation der Suldener Seilbahn zu bewältigen sind. Wanderportale geben 5-6 Std. Gehzeit und den Schwierigkeitsgrad T3 lt. SAC-Wanderskala an. Vom 3.123 m hohen Madritschjoch bietet sich ein Abstecher auf den 3.325 m hohen Aussichtsgipfel der Hinteren Schöntaufspitze an. Konditionell ist der Weg durchaus herausfordernd, aber der Schwierigkeitsgrad geht u. E. nicht über T2 hinaus und erreicht nur auf der Variante über Hintere Schöntaufspitze T3. - Diashow der Fotoserie

Dienstag, 25. August 2015

Vom Latschander Waalweg zur Ausstellung 'Schwabenkinder' im Vinschger Museum, Schluderns

Schwabenkinder-Wege
Ausstellung Schwabenkinder
Latschander Waalweg
Heute vollzieht sich eine Wetteränderung vom Tiefdruck- auf Hochdruckeinfluss. Am Vormittag reichen Wolken noch bis zur Talsohle, aber ab dem Mittag beginnt die Aufklärung. Wir starten mit einer Wanderung ab Kastelbell auf dem Latschander Waalweg, den wir bereits vor einigen Tagen gegangen sind (Post vom 17.08.2015). Von Goldrain transportiert uns die Vinschger Bahn nach Schluderns, wo wir das Vintschger Museum besuchen. Dauerausstellungen über Bewässerung und Archäologie im Vinschgau kennen wir bereits. Uns interessiert vor allem eine neu eingerichtete Dauerausstellung über 'Schwabenkinder'. Das Phänomen der 'Schwabengänger' (Wikipedia-Artikel Schwabenkinder) war der Armut von Bergbauern in Vorarlberg, Tirol, Südtirol, der Schweiz und Liechtenstein geschuldet. Vom 16. Jahrhundert bis zu den 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts zogen alljährlich 5000-6000 Kinder im Frühjahr über die Alpen zu Kindermärkten nach Oberschwaben, um dort als billige Saisonarbeitskräfte bis Oktober oder November an wohlhabende Bauern in ländlich geprägten Regionen Württembergs (Oberschwaben und Schwäbische Alb), teilweise auch Badens und Bayerns vermittelt zu werden. Sonntäglicher Kirchenbesuch war sichergestellt. Von Schulpflicht waren ausländische Kinder bis 1921 freigestellt.
Die emotional berührende, sehenswerte Ausstellung 'Schwabenkinder' im kleinen Vintschger Museum fokussiert insbesondere auf die historische soziale Situation im Vinschgau, aus dem allein pro Jahr ca. 600 Kinder in 8 Tagen die Alpen überquerten. Die Aufbereitung der Thematik und ihrer historischen Hintergründe verdanken wir einem grenzüberschreitenden EU-Projekt: www.schwabenkinder.eu
Das Besucherinteresse lag an diesem Tag und im Zeitraum unseres Besuchs knapp über Null. Schade! Diashow der Fotoserie

Samstag, 22. August 2015

Marteller Höhenweg Teil 3 - Das Beste zuletzt: Genuss-Tour auf dem Breitbichl-Grat von der Göflaner Scharte zum Kreuzjöchl

Marteller Höhenweg auf dem Breitbichl-Grat
Nach Etappe 1 (Post vom 12.08.2015) und Etappe 2 (Post vom 20.08.2015) vollenden wir heute den Marteller Höhenweg mit dem Gratweg zwischen Göflaner Scharte und Kreuzjöchl. Während wir auf den beiden ersten Etappen alleine unterwegs waren, begegnen uns heute auf dem Breitbichl-Grat wenige entgegenkommende Wanderer. Warum der großartige Marteller Höhenweg kaum begangen wird und Wanderer auf dem Breitbichl-Grat ausschließlich in Gegenrichtung unterwegs sind, bleibt ein Rätsel, das uns immer wieder verwundert. Andererseits steigert dieser Sachverhalt die Attraktivität der Route, weil wir einsame Strecken lieben. Es mag daher klüger sein, die Wanderung still zu genießen und nicht zu beschreiben, aber wer motiviert ist, findet den Marteller Höhenweg auch ohne unsere Posts, und wer nicht interessiert ist, den wird auch kein Post motivieren. (13,5 km, 940 Höhenmeter, 4:40 Std. Gehzeit, Anforderung bis T3 lt. SAC-Wanderskala) - Diashow der Fotoserie


Donnerstag, 20. August 2015

Marteller Höhenweg Teil 2 - Von Stallwies zur Göflaner Scharte

Göflaner Scharte
Wetterprognosen erwarten ab dem Nachmittag unserer 2. Etappe des Marteller Höhenwegs eine geringe Regenwahrscheinlichkeit. Wir starten am Morgen bei sonnigem Wetter und nehmen in Anbetracht der Streuung von Prognose und Realität Überraschungen in Kauf. Der mit Nr. 23 markierte Marteller Höhenweg führt vom Parkplatz beim Bergasthaus Stallwies relativ steil ansteigend durch Zirbelkieferwald. Oberhalb der Baumgrenze eröffnen sich weite Ausblicke auf die Landschaft. Auf etwa halber Wegstecke befinden wir uns fast auf der Höhe der Göflaner Scharte. Auf der 2. Weghälfte verlieren wir jedoch wieder einen deutlichen Anteil der gewonnen Höhe, den wir uns auf Hin- und Rückweg erneut erarbeiten müssen. Nach 2:50 Std. Gehzeit erreichen wir die Göflaner Scharte. Kurz vor uns trifft aus östlicher Richtung eine geführte Wandergruppe ein und besetzt die spärlichen Rastplätze an der Scharte. Die 'Besetzung' ist leicht zu verschmerzen, weil dunkle Bewölkung ohnehin zur Eile gemahnt. Mit Antritt des Rückwegs setzt zunächst leichter Sprühregen ein, der sich allmählich zu einem seriösen Dauerregen auswächst. Dummerweise versteigen wir uns und verlieren ca. 20 Minuten Zeit. Durchnässt und leicht frierend sind wir nach 2:50 Std. Rückweg (5:40 Std. Gesamtgehzeit) zurück am Startort einer attraktiven Route. Auf eine Einkehr Bergasthaus Stallwies verzichten wir heute. Diashow der Fotoserie

Mittwoch, 19. August 2015

Archäologische Kurzwanderung zum Rossladum und zu St. Georg bei Kortsch

Jörgenkirchlein St. Georg bei Kortsch
St. Georg bei Kortsch
Unsere Sonnenbergwanderung endete vor 2 Tagen an St. Ägidius am Schatzknott bei Kortsch (Post vom 17.08.2015), der als prähistorischer Siedlungsplatz gilt. Etwas höher am Sonnenberg sind 3 weitere prähistorische Siedlungsplätze mit der Bezeichnung Rossladum, Valmutz und St. Georg bekannt. Gefundene Bronze-Artefakte auf kleinen Terrassen sowie kalzinierte Tierknochen und Schlacken weisen auf Brandopferplätze an bronzezeitlichen Siedlungen in Zusammenhang mit Bergbau hin. Systematische wissenschaftlich-archäologische Untersuchungen scheinen bisher nicht stattgefunden zu haben, weshalb im Internet nur spärliche Informationen kursieren. Diashow der Fotoserie

Dienstag, 18. August 2015

Wanderung von/bis Martell Dorf über Saugwies und Stallwies

Oberhof am Marteller Waldberg
Den letzte Woche begonnenen Marteller Höhenweg (Post vom 12.08.2015) im Martelltal möchten wir heute mit einer sportlichen Runde ab Martell Dorf (1300 m) komplettieren, aber das Wetter ignoriert Prognosen und schickt uns eine dichte Wolkendecke ab ca. 2000 m Höhe, die sich am Vormittag nicht auflöst. Während der Wanderung disponieren wir um und verlassen Weg Nr. 1 zum Kreuzjöchl an der Abzweigung des Wegs Nr. 19, auf dem wir durch Lärchen- und Zirbelwälder zum Almengelände 'Saugwies' (1835 m) wandern. Auf dem Weg treffen wir weder Wanderer noch Bären oder Wölfe, aber uns aufmerksam beobachtende Jungbullen mit bereits gut ausgebildeten Hörnern. Körpersprache und Motivation von Bullen vermögen wir nicht zu deuten und umgehen daher das Gelände weglos auf steilen Hängen. Von 'Saugwies' zweigt Weg Nr. 15 steil ansteigend zum 'Wiesboden' (2060 m) ab, den wir nach 2,5 Std. erreichen. Ein Picknickplatz lädt zur Rast ein. Nach kurzer Pause folgen wir absteigend dem nicht durchgehend markierten Weg Nr. 15 zum Gasthof Stallwies (1951 m), den der Waldbergbauer-Weg mit 4 weiteren Höfen am Waldberg verbindet. Nach 3:10 Std. Gehzeit ist eine ausgiebige Rast in dem attraktiven Panorama-Gasthof mit bemerkenswert guter Küche redlich verdient. Der Rückweg (1:45 Std.) nach Martell Dorf auf Weg Nr. 8 streift den Oberhof, dessen Geschichte seit dem frühen 14. Jahrhundert dokumentiert ist. Erst jetzt reißen einige Wolkenlöcher auf. Nach 4:55 Std. Gehzeit (6:20 Std. Gesamtzeit zzgl. Anfahrt) ist der 14 km lange Rundweg mit ca. 900 m Höhenunterschied beendet. Die Reststrecke des Marteller Höhenwegs nehmen wir uns vor nachzuholen. Diashow der Fotoserie

Montag, 17. August 2015

Sonnenbergwanderung auf dem Südtiroler Jakobsweg von Kastelbell nach Kortsch

St. Ägidius am Schatzknott bei Kortsch
Einem Tiefdruckgebiet über dem Alpenraum verdanken wir im sonnig-trockenen Vinschgau feuchte Luftmassen und Abkühlung. Wir bleiben nicht untätig und wandern nur wenig oberhalb des Talbodens auf einem Abschnitt des südtiroler Jakobswegs von Kastelbell nach Kortsch. Mit entsprechender Motivation und Haltung kann man die Route am Sonnenberg selbstverständlich auch 'pilgern'. Sommerliche Temperaturen am Sonnenberg erlegen zusätzliche Bußen auf. Wir bevorzugen jedoch bei moderater Temperatur entlang einer Kette von Sehenswürdigkeiten zu 'wandern'. Während der ersten 1,5 Stunden verläuft die Route auf dem Latschander Waalweg ohne größere Höhenunterschiede. Ab der Ortschaft Tiss bei Goldrain ist die Route deutlich profilierter. Nach 4,5 Stunden Wanderung erreichen wir die kleine romanisch-gotische Kirche St. Ägidus, 13. Jh., am Schatzknott (prähistorischer Siedlungsplatz) bei Kortsch. Für den Rückweg nach Kastelbell nutzen wir ab Schlanders die Vinschger Bahn. (5 Std. Gehzeit, 6-7 Std. Gesamtzeit) Diashow der Fotoserie

Samstag, 15. August 2015

Wanderung am Tscharser Waal (Schnalswaal) zum Schlosswirt Juval

Wanderin inspiziert Schelle am Tscharser Waal
Der Vinschger Höhenweg und der Südtiroler Jakobsweg nutzen den Tscharser Waalweg, ein archäologischer Wanderweg zwischen Tschars und Juval. 3 Jahre war ein Abschnitt des Waalweges infolge von Murenabgängen gesperrt. Die Umleitung über Tschars erforderte einige zusätzliche Höhen- und Streckenmeter. Inzwischen ist der attraktive Waalweg am Sonnenberg wieder durchgängig zu begehen. Freude bereitet er aber nur, wenn es nicht zu heiß ist. Das gestern eingetroffene Tief hat nicht nur Abkühlung bewirkt, es führt auch dichte Wolken und spontane Regenschauer mit sich. Regenschauer halten uns nicht von einer Wanderung ab dem Marinushof auf dem Waalweg ab, zumal als Belohnung eine Einkehr beim Schlosswirt Juval lockt, den wir gerne besuchen und bei keinem Aufenthalt im Vinschgau auslassen. Während unsere Kleidung beim Schlosswirt Juval trocknet, werden wir bestens versorgt.
Dunkle Wolken kündigen auf dem Rückweg ein Gewitter an. Dank Abkürzung per Bahn von Tschars nach Kastelbell erreichen wir unserer Ferienwohnung am Marinushof gemeinsam mit dem erwarteten Gewitter. Diashow der Fotoserie