Samstag, 23. September 2017

Wanderung mit Hindernissen und Umwegen um den Ockerberg Bruyères im Naturpark Luberon, Département Vaucluse

Ockerbruch am Ockerberg Bruyères Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in der Provence unternehmen wir eine kürzere Wanderung in der Nähe unserer Unterkunft. Die Runde um den Ockerberg Bruyères scheint eine gute Idee zu sein, aber die Routenbeschreibung macht deutlich, dass die Orientierung dank verwirrender Markierungen nicht ganz einfach ist. Eine detaillierte Wanderkarte fehlt, was aber nur wenig stört, weil die Qualität von Wanderkarten nicht befriedigt. Die Routenbeschreibung auf dem Smartphone und einige Notizen müssen reichen. Die Anfahrt zum Weiler Les Viaux (zwischen Rustrel und Villars) und der Einstieg in die Route bereiten keine Probleme. Erste von insgesamt 11 Ockerbrüchen wiegen uns in Sicherheit, aber zu früh gefreut. Auf etwa halber Strecke übernehmen chaotische Markierungen die Regie. Die ohnehin diffuse Routenbeschreibung ist nicht mehr nachvollziehbar. Außerdem treffen wir im Waldgebiet mehrmals auf aktiv jagende Jäger und möchten keine Opfer von Irrtümern werden. Schließlich sind wir froh, eine asphaltierte Straße zu erreichen. Dank GPS des Smartphones ist jetzt die Orientierung möglich. In einem weiten Bogen wandern wir auf Wirtschaftswegen und Straßen zurück zum Parkplatz. (2:15 Std. Gehzeit) - Fotogalerie

Freitag, 22. September 2017

Wanderung im Grand Luberon von Sivergues durch das Vallon de l'Aiguebrun zur Festungsruine Fort de Buoux

Kirche von Fort BuouxFelswände über dem Tal der Aigue Brun Unsere Wanderung beginnt tief im Grand Luberon im winzigen Weiler Sivergues, in dem die einzige apshaltierte Zufahrtsstraße D114 endet. Fragen nach Ursprung und Alter des Ortes münden in Legenden und Spekulationen. Bekannt ist, dass sich im 16. Jahrhundert von der Inquisition verfolgte Waldenser im Ort ansiedelten. Im Weiler mit nur 40 Einwohnern treffen wir auf einen großen Wanderparkplatz mit etlichen schattigen Picknickplätzen und einer sauberen Toilette. Darüber hinaus besteht keine öffentliche Infrastruktur. Wir sind heute die einzigen Besucher. Perfekt!
Unser Wanderweg führt zwischen Felswänden des Luberon durch ein Tal entlang des Baches Aigue Brun. Nach 1:15 Std. erreichen wir die auf einem Felsplateau liegende Festungsruine Fort de Buoux, die lange Zeit als uneinnehmbar galt. Der Ort ist seit prähistorischer Zeit besiedelt. Nachweisen lassen sich ein keltoligurisches Oppidum, ein römisches Castrum und eine mittelalterliche Burg des 13. Jahrhunderts. Um Hugenotten diesen Fluchtort  zu nehmen, ließ Ludwig XIV. die Burg um das Jahr 1660 schleifen. Nach ausgiebiger Besichtigung (5 € pP) wandern wir auf dem gleichen Weg zurück, weil wir einer diffusen Routenbeschreibung nicht trauen und Wanderkarte wie auch Markierungen nicht besonders hilfreich sind. (3:30 Std. Gesamtzeit inkl. Besichtigung)
Fotogalieren: Sivergues - Wanderweg - Fort de Buoux

Donnerstag, 21. September 2017

Wanderung durch die Gorges de Véroncle bei Gordes

Gorges de VéroncleGorges de Véroncle Wer einigermaßen beweglich, trittsicher, schwindelfrei ist und vor kleinen Abenteuern nicht scheut, kommt bei der Schluchtenwanderung durch die Gorges de Véroncle auf seine Kosten (Routenschreibung). Bereits der Abstieg in die Schlucht stimmt auf noch vor uns liegende Hürden ein, von denen es etliche gibt. Nachdem wir die erste von zwei verfallenen Wassermühlen in der Schlucht passiert haben, sind Strudeltöpfe zu überwinden und Wände mit oft leichter Kletterei auf- und abzusteigen. Stahlseile, Ketten, Leitern und Metalltritte sichern einige schwierige Passagen. Auf nicht risikofreien weiteren Passagen vermissen wir Sicherungen. Sporadische Markierungen (gelber Balken) erfordern Aufmerksamkeit. In dichterer Folge und weniger verblasst wären sie auf der teilweise weglosen Route hilfreicher.
Nach zwei abenteuerlichen Stunden verlassen wir die Schlucht und gehen am aussichtsreichen westlichen Rand in Richtung Gordes. Das uralte Dorf ist fraglos sehenswert. Geballter Schickimicki-Tourismus macht es uns unsympathisch. (3:50 Std. Gesamtgehzeit)
Fotogalerien: Gorges de Véroncle - Gordes

Mittwoch, 20. September 2017

Wanderung im Zedernwald des Petit Luberon

Aussicht auf den Mourre Nègre, 1.215 m, im Grand Luberon

Auf dem Weg zu einer Wanderung im Petit Luberon passieren wir zwischen den Orten Roussillon und Bonnieux den Pont Julien, der seit mehr als 2000 Jahren die Überquerung des Calavons ermöglicht. Die römische Steinbogenbrücke ersetzte im Jahr 3 v. Chr. eine hölzerne Vorgängerbrücke, um die Via Domitia zwischen Narbonne (Colonia Narbo Martius) und Turin (Augusta Taurinorum) wetterfest zu machen.
Zwischen Bonnieux und Lourmarin zweigt eine Stichstraße mit mehreren attraktiven Aussichtspunkten zu einem Zedern-Wald ab, den Napoleon III. 1861 auf dem Petit Luberon pflanzen ließ. Unweit der Stichstraße werden wir auf den 'Tour Philippe' aufmerksam. Das merkwürdige Gebäude ist ein unvollendeter Traum des Künstlers Philippe Audibert (19. Jh.). Der Künstler verstarb während der Bauphase. Im Gebiet des Zedern-Waldes sind 3 kürzere Wanderwege eingerichtet, von denen die beiden längeren Trails zu einem Plateau führen, das einen weiten Ausblick auf das Durance-Tal und darüber hinaus bietet.
Nach der Wanderung streifen wir durch Lourmarin. Der historische Ortskern ist sehenswert, aber stark touristisch geprägt. Mehr Ruhe vermittelt der Friedhof des Ortes, auf dem wir das Grab des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus (1913-1960) besuchen.
Fotogalerien: Wanderung im Zedernwald - Pont Julien - Lourmarin

Donnerstag, 14. September 2017

Wanderung im Grand Luberon von Auribeau über den Mourre Nègre

Funktürme auf dem Mourro Nègre, 1.125 mWegweiser am Start der Wanderung Der Mourre Nègre ist mit 1.125 m Höhe die höchste Erhebung des Luberon, ein Höhenzug mit Mittelgebirgscharakter im provencalischen Département Vaucluse. Auf dem Weg zum Start passieren wir das uns zuvor unbekannte, aber interressant wirkende Dorf Saignon. Wir sind auf Wanderung programmiert und nehmen uns einen Besuch für die nächsten Tage vor.
Unsere Wanderung startet im winzigen, aber durchaus hübschen Dorf Auribeau. Für den Aufstieg wählen wir einen attraktiven Abschnitt der Grande Traversée VTT de Vaucluse, ein 400 km langer MTB-Trail. Radfahrer treffen wir nicht. Nach 1:40 Std. Anstieg über ca. 700 Höhenmeter erreichen wir auf dem Kamm des Höhenzuges den GR92, ein den Luberon von Apt nach Cabrières-d’Aigues überquerender Wanderweg, dem wir nach Westen folgen. Der GR92 verläuft  unterhalb des Gipfels des Mourre Nègre, weshalb zum Gipfelplateau und dessen Telekommunikations-Einrichtungen noch einmal ein kurzer Anstieg zu nehmen ist. Die gerühmte Aussicht vom Mourre Nègre bleibt heute bescheiden. Nach einer Rast am Gipfel kehren wir in 1:20 Std. auf der kürzeren, direkten Route nach Auribeau zurück. (3:10 Std. Gehzeit) - Fotogalerie

Dienstag, 12. September 2017

Le Colorado provençal - Wanderung entlang der Ockerbrüche von Rustrel

Ockerbruch bei Rustrel Durch Ockerabbau sind im Luberon bei den Ortschaften Roussillon und Rustrel Ockerbrüche entstanden. In der Gegenwart wird noch an wenigen Stellen Ocker abgebaut, um daraus Naturfarben für das Kunstgewerbe zu gewinnen. Wo Ockerbrüche nicht mehr in Betrieb sind, bilden sie mit ihrem Farbenspiel eine beliebte touristische Sehenswürdigkeit. Auf Empfehlung unserer Vermieterin unternehmen wir eine Wanderung im sog. Colorado Provençal, Ockerbrüche bei der Ortschaft Rustrel. Eintritt wird nicht erhoben, aber weit um den Ort bestehen keine Parkplätze, so dass bei Anreise mit dem Auto für den Besuch ein kostenpflichtiger Parkplatz fällig wird. 5 € Parkplatzgebühr müssen wir nicht bedauern. Die Wanderung weckt Erinnerungen an das Death Valley, den Painted Desert Nationalpark in Arizona und den Valley of Fire State Park in Nevada. Ockerbrüche bei Roussillon werden wir in den nächsten Tagen ohne Auto besichtigen. - Fotogalerie

Donnerstag, 24. August 2017

Wanderung im Schweizerischen Nationalpark - Val da Stabelchod, Margunet, Val dal Botsch

Rastplatz Val da Stabelchod Um in der Umgebung des Standortes Glurns im oberen Vinschgau neue Wanderrouten zu erschließen, fahren wir heute über den Ofenpass in den Schweizerischen Nationalpark (Parc Naziunal Svizzer im bündnerromanischen Idiom) im Engadin (Kanton Graubünden).(1) Der Start unserer Wanderung liegt 'just around the corner' 35 km von Glurns entfernt am Parkplatz P8 der Ofenpassstraße.(2) Als 'Schnupperroute' entscheiden wir uns für eine im Nationalpark-Portal gelistete Tour, bei der wir zunächst das abwechslungsreiche Val da Stabelchod durchwandern, am Margunet-Pass auf eine wilde Landschaft treffen und im Val dal Botsch zur Ofenpassstraße zurückkehren.(3,4) Die Vielfalt der Eindrücke auf nur 6,6 km Strecke (450 Höhenmeter, 2,5 Std. Gehzeit) begeistert uns, obwohl wir weder Bartgeier noch Steinadler sichten, sich Rehe, Hirsche und Gämsen zu verstecken scheinen und uns weder Wölfe noch Bären begegnen. Vielleicht waren wir auch nur zu ungeduldig bzw. nicht aufmerksam genug. Wie auch immer, wir werden zurückkehren, weitere Touren erkunden, ein Fernglas mitführen und uns mehr Zeit nehmen. - Fotogalerie

Mittwoch, 23. August 2017

Wanderung im Nationalpark Stilfser Joch von der Franzenshöhe an der Stilfserjochstraße nach Trafoi

Sperrhinweis DreifernerwegBerghotel Franzenshöhe, Stilfserjochstraße Recherchen im Internet wecken unser Interesse am Dreifernerweg zwischen Franzenshöhe und Berglhütte (die kürzlich 120-jähriges Jubiläum feiern konnte), den wir im Abstieg vom Hotel Franzenshöhe (2.188 m) gehen wollen. Bei sonnigem Wetter nehmen wir von Trafoi den frühen Bus zum Stilfser Joch, der uns um 8:40 Uhr an der Franzenshöhe absetzt. Am Einstieg des Wanderwegs erklärt ein Hinweis am Pfosten der Wegweiser, dass der Dreifernerweg (Nr. 14) gesperrt ist. Für diese Maßnahme wird es gute Gründe geben, aber warum sind Veranlasser sowie Gründe und voraussichtliche Dauer der Sperre nicht benannt? Als größeres Ärgernis empfinden wir, dass weder das Hotel Franzenshöhe noch Berglhütte oder Nationalparkverwaltung und auch keines der zahlreichen Wanderportale im Kontext ihrer Wanderempfehlungen auf diesen Sachverhalt im Web aufmerksam machen. Als Alternative entscheiden wir uns für den Abstieg auf dem Weg Nr. 13 über den Wallfahrtsort Heilige Drei Brunnen nach Trafoi (2:40 Std. Gehzeit). - Fotogalerie

Montag, 7. August 2017

Wanderung auf dem 'Kleinen Langtauferer Höhenweg' von Melag zur Weißkugelhütte

Langtauferer Tal, Melag, Karlinbach, Ötztaler Alpen Wolkenfreien Himmel und kristallklare Fernsicht nach einem Regentag nutzen wir für eine Wanderung im Langtauferer Tal zur Weißkugelhütte, 2.544 m. Gleich 4 Routen führen von Melag(1) zur Weißkugelhütte, sodass Rundwege in verschiedenen Varianten möglich sind.(2) Wir entscheiden uns für eine wenig begangene Variante, die ausgetretene 'Autobahnen' zur Hütte auf einem im Vergleich längeren und etwas anspruchsvolleren Pfad (T3 gem. SAC-Wanderskala) umgeht, Kleiner Langtauferer Höhenweg, und erleben einen Höhepunkt unserer diesjährigen Wandersaison.
(4:05 Std. Gesamtgehzeit, ca. 650 Höhenmeter) - Fotogalerie



Montag, 31. Juli 2017

Rundwanderung am Vinschger Nördersberg vom Gasthof Hasl über die Göflaner Scharte

Weißwand

Göflaner Scharte Nachdem wir die Tour vor 10 Tagen aufgrund von Gewittern abgebrochen bzw. zu einer Marmorweg-Wanderung umfunktioniert haben (Fotogalerie 21.07.2017), starten wir heute bei besseren Wetterbedingungen und treffen trotzdem zwischen Göflaner Alm und Kreuzjöchl keine weiteren Wanderer. Die Runde gehen wir traditionell gegen den Uhrzeigersinn in Richtung Göflaner Alm und Marmorbruch. Nach 2 Std. verzweigt unser Weg zwischen Alm und Marmorbruch zum 'Schartl'. Vor uns liegt bald unter der Weißwand ein unschwierig zu querendes ausgedehntes Geröllfeld. Gepolter aus Richtung Weißwand lässt uns aufschrecken. Eine vermutlich von Wanderern ausgelöste Steinlawine bewegt sich in unsere Richtung. Wir suchen Schutz in einer Mulde und machen uns klein. Glücklicherweise kommen die Steinbrocken oberhalb der Route zur Ruhe. Mit erhöhtem Adrenalinspiegel setzen wir den Weg fort und erreichen nach 3:10 Std. die Göflaner Scharte. Highlight dieser Runde ist die aussichtsreiche, ca. einstündige Wanderung auf dem 'Breitbichl'-Gratweg zum Kreuzjöchl. Der monotone Abstieg durch Wald zurück zum Ausgangspunkt fordert eine weitere Stunde. (13,5 km, 5:10 Std.. Gehzeit, 950 Höhenmeter) - Fotogalerie