Donnerstag, 21. Mai 2015

Bastei-Rauenstein-Wanderung im Elbsandsteingebirge: Nulla dies sine linea

Marktplatz in Stadt Wehlen
Ein Plinius d. Ä. (23-79 n. Chr.) zugeschriebener Aphorismus fällt uns auf dem Giebel eines Hauses am Marktplatz von Stadt Wehlen auf. Der geschichtsträchtige kleine Ort an der Oberelbe gefällt uns ebenso wie das Motto "Kein Tag ohne Linie". Die Story hinter dem Motto auf der Hauswand bleibt verborgen. Sie ist auch nicht wichtig, um täglich Linien zu ziehen und diese zu perfektionieren.
Die Wanderroute auf der rechten Elbseite über die Bastei und zurück auf der linken Elbseite über den Rauenstein gehen wir trotz Massentourismus an der Bastei immer wieder gerne (3:30 Std. Gesamtgehzeit). 10 Minuten Gedränge lassen sich ertragen, weil grandiose Aussichten entschädigen und die Runde jenseits der Bastei noch attraktiver wird. Der Gratweg über den Rauenstein zählt zu unseren Favoriten in der Sächsischen Schweiz. Diashow der Fotoserie




Höllengrund
Das Auto parken wir auf der linken Elbseite in Pötzscha, von wo wir mit der Elbfähre nach Stadt Wehlen übersetzten (1,50€ p.P.). Auf einem Abschnitt des Malerwegs gelangen wir vom 'Wehlener Grund' durch die Schluchten des 'Zscherregrunds' und des 'Höllengrunds' zum aufgegebenen Waldgasthaus 'Steinerner Tisch'. Der Name des Gasthauses verweist auf einen Tisch aus Elbsandstein, der 1710 anlässlich einer Jagd von August dem Starken augestellt wurde. Vom 'Steinerner Tisch' führt der 'Fremdenweg' zur Basteistraße, die an der Bastei endet. (1:15 Std. Wehlen - Bastei)








Basteiaussicht auf Bastei und Elbe
Besucher an der Basteiaussicht
Während wir bisher nur wenige Wanderer getroffen habe, ändert sich das Bild auf der Basteistraße radikal. Souvenirläden, Imbissstände und Straßenmusiker flankieren einen mit Kind und Kegel in Richtung Bastei ziehenden Menschenstrom. Der Rückstrom ist am Vormittag noch dünn. An mehreren Aussichtspunkten und an den gastronomischen Einrichtungen verdichtet sich der Besucherstrom. Die leichte Zugänglichkeit atemberaubender Aussichtspunkte(1) zieht tägliche Tausende Besucher an, um die herum eine an Kirmesbetrieb erinnernde touristische Infrastruktur gewachsen ist. Wie es hier an Wochenenden und Feiertagen ausschaut, möchten wir nicht erfahren.


Blick von Rathen zur Bastei
Zahlreiche Treppenstufen des Weges nach Rathen sorgen dafür, dass jenseits der Basteibrücke der Besucherstrom ab der Felsenburg Neurathen schwächer wird, jedoch bis Rathen nicht abreißt. Ab der Bastei erreichen wir 30 Minuten später die Elbfähre in Rathen. Zum Preis von 1,00€ bringt uns die Rathener Gierseilfähre zurück zur linken Elbseite, wo es schlagartig ruhiger wird.









 
Felsturm Nonne am Rauenstein
Obwohl auf dem Rauenstein der Gasthof Fels Rauenstein Besucher bewirtet und ein großartiger Gratweg über den Tafelberg führt, ist der Weg auf und über den Rauenstein nur wenig begangen. Wir fragen uns regelmäßig, warum der attraktive Rauenstein so wenig Aufmerksamkeit genießt. Der Status quo kann uns nur Recht sein und verstärkt die Anziehungskraft des Rauensteins auf uns. Wie in Vorjahren verpassen wir auf dem Rauensteinweg (roter Balken) auch heute beim Laasenturm eine Abzweigung der Route, finden aber auf einem unmarkierten Forstweg zurück zum Rauensteinweg.





 

Gasthof Fels Rauenstein
45 Minuten nach Aufbruch an der Fähre treffen wir am Gasthof Fels Rauenstein ein. Inzwischen sind wir insgesamt 2:30 Std. gewandert und haben uns eine Rast verdient. Der erste Eindruck signalisiert ein geschlossenes Gasthaus. Tatsächlich ist das Gasthaus jedoch geöffnet, es fehlen lediglich Gäste. Ein überdurchschnittliches gastronomisches Angebot, die nette Terrasse und der gemütliche Gastraum vermögen diesen Sachverhalt nicht zu erklären. Die Linsensuppe zum Preis von 5,90€ ist eine Empfehlung.








Gratweg über den Rauenstein
Der Gratweg über den Rauenstein bildet das 'Sahnestück' unserer Wanderung. Schwierigere Passagen sind mit Treppen, Leitern und Geländern gut gesichert. Weshalb der Gratweg als 'schwierig' gilt, ist kaum nachvollziebar. Möglicherweise sollen unbedarfte Wanderer abgeschreckt werden.
Vom Grat bieten sich weite Ausblicke über die Sächsische Schweiz. Auf einem Felsplateau des Grats treffen wir auf 2 Landschaftsmaler. Auf einem Klappsitz hockend fangen sie die inspirierende Kulisse malend ein. Vermutlich werden ihre Ergebnisse besser ausfallen als unsere bei ungünstigen Bedingungen aufgenommen Fotos. Nach weiteren 45 Minuten Wanderung ab Gasthof Fels Rauenstein ist die schöne Runde beendet, die nun ein Jahr auf uns warten muss.




Anmerkungen
(1) Eine Reihe schöner Fotos zeigt das private Portal Dresden & Sachsen

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