Samstag, 24. Mai 2014

Unsere Stammtischgruppe wandert die Pfälzer Hüttentour und überquert am Tag der Europawahl die Grenze nach Frankreich

Blick vom St. Annaberg bei Burrweiler in Richtung Gleisweiler
Unser diesjähriger Stammtischwandertag führt uns wieder einmal in die Weinpfalz, wo das Wandern zu Hause ist. Deutschland hat viele schöne Landschaften, in denen das Wandern Freude bereitet, aber wir kennen keine andere Wanderregion, die mit der Pfalz konkurrieren könnte. Während in anderen deutschen Regionen Wanderungen Touristen überlassen bleiben, lieben Pfälzer das Wandern in ihrer vom Weinbau und vom ausgedehnten Pfälzerwald geprägten Heimatregion. Die Pfälzer haben sich daher über die Jahre für den eigenen Bedarf eine Wanderinfrastruktur mit einem dichten Netz von Hüttenstützpunkten aufgebaut. Touristen sind durchaus willkommen, aber sie bilden keinen bedeutenden Wirtschaftsfaktor, weshalb die Pfalz nur schwach beworben wird und eher ein 'Geheimtipp' ist (und hoffentlich bleibt).
Als Zielgebiet entscheiden wir uns für die südliche Weinstraße nördlich vom Elsass. Eine Anreise von fast 300 km ist nur in Verbindung mit einer Übernachtung sinnvoll. Eine gute Unterkunft ist gebucht und hinsichtlich der Wanderrouten sind kaum Fehler möglich. Sorgen bereitet lediglich das Wetter, obwohl die Prognose eine vorübergehende Wetterbesserung verspricht. Kräftiger Regen auf der Anreise und Wolken bis auf Straßenniveau im Hunsrück widerlegen alle Wetterprognosen. Bei Ankunft am St. Annaberg in Burrweiler stoppt zumindest der Regen. Wir brechen auf.

24.05.2014 - Pfälzer Hüttentour (Diashow der Fotoserie)


Blick von St. Anna-Kapelle auf Burrweiler und Rheinebene
Im Unterschied zu unseren Freunden sind wir die Pfälzer Hüttentour bereits mehrmals gegangen(1). Da eine Wiederholung schöner Erlebnisse ebenso reizvoll sein kann wie neue Erfahrungen, gehen wir diese attraktive Tour immer wieder gerne, wenn das Wetter mitspielt. Das Wetter macht heute nicht wirklich Spaß, aber da wir angereist sind und der Regen nachgelassen hat, wollen wir die Tour nicht abblasen.
Bei der St. Anna-Kapelle liegt ein großartiger Aussichtsplatz. Bei guten Bedingungen reicht der Blicke über die Rheinebene auf den im Osten aufsteigenden Odenwald. Heute blicken wir nach Osten nur in das trübe Grau dichter Wolken und ziehen darum bald weiter.






Blick von der Trifelsblickhütte auf Burg Trifels
Nach einer knappen Stunde Gehzeit erreichen wir die einladende Trifelsblickhütte. Für eine Rast ist es noch zu früh, und die vielgelobte Aussicht auf die Reichsburg Trifels und darüber hinaus fällt enttäuschend aus. Mit etwas Mühe ist die Burg zwischen tief hängenden Wolkenfetzen verschwommen auszumachen. Immerhin zeigen sich in der bisher dichten Wolkendecke erste größere Lücken, die unsere Hoffnung auf Wetterbesserung stärken.









Landauer Hütte am Zimmerplatz
Die Landauer Hütte am Zimmerplatz lädt nach 2 Stunden Gehzeit zum richtigen Zeitpunkt zur Einkehr ein. Die Erbsensuppe ist unser eindeutiger Favorit, den nur außergewöhnlich hartlaibige Personen verweigern.












Aussicht am Orensfels
Landschaftliches Highlight dieser Route ist ein 'Orensfels' benanntes und mit Geländern gesichertes Felsplateau, das weite Ausblicke über den südlichen Pfälzerwald erlaubt. Die Wolken haben sich inzwischen deutlich gelichtet und lassen immer mehr Sonnenschein ankommen.











Rast am Naturfreundehaus Kiesbuckel
Am Naturfreundehaus Kiesbuckel legen wir vor dem Abstieg nach Albersweiler noch einmal eine kürzere Rast ein und genießen den im Haus gebackenen ausgezeichneten Kuchen und bei gutem Kaffee.












Wanderweg bei Frankenweiler
Der Rückweg zum Ausgangspunkt zieht sich in die Länge, weil wir bei Frankenweiler eine Abkürzungsoption verpassen und darum den längeren Weg über das Hainbachtal nach Gleisweiler gehen. Entschädigt werden wir vom sonnigen Wetter, das sich inzwischen durchgesetzt hat.
Vor Gleisweiler locken üppige, reife Kirschen an Bäumen auf Gemeindegrund. Wer mag, kann sich hier bedienen. In Gleisweiler verdient der botanische Park einer Privatklinik unbedingt Beachtung. Der Park steht Besuchern prinzipiell offen, aber leider ist der höher liegende Gartenbereich aktuell gesperrt.







Hotel Pfälzer Wald bei Bad Bergzabern
Nach 18-20 km Strecke und ca. 5:30 Stunden Gehzeit ist die Runde vollendet. Unsere Herberge liegt 25 km weiter südlich bei Bad Bergzabern. Das Hotel Pfälzer Wald bietet uns eine angenehme Unterkunft in der Umgebung einer gepflegten Parklandschaft. Wir haben nur für eine Nacht reserviert, könnten uns aber auch einen längeren Aufenthalt in dem Haus vorstellen.










25.05.2015 Wanderung vom Weintor in Schweigen nach Wissembourg in Frankreich (Diashow der Fotoserie)


Deutsches Weintor in Schweigen
Das Wünschen hat geholfen. Am Sonntag zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite und macht uns klar, dass die Rückreise noch bis zum Nachmittag warten kann. Am Weintor in Schweigen starten wir eine kürzere Runde von ca. 10 km Länge, die uns durch Weinberge nach Frankreich führt. Auf französischer Seite gelangen wir durch Wälder zum Ort Weiler im Lautertal.





 




Moulin de la Walk an der Lauter bei Wissembourg
Die Orientierung ist auf französischer Seite nicht ganz einfach, vielleicht auch nur ungewohnt, aber schließlich finden wir auch den Wanderweg längs der Lauter, dem wir nach Wissembourg folgen. Nach 2 Stunden Gehzeit treffen wir in Wissembourg ein.











Lauterkanal am Salzhaus in Wissembourg
Das alte Städtchen Wissembourg blickt an der deutsch-französischen Grenze auf eine lange und wechselvolle Geschichte an Reibungsflächen zwischen deutscher und französischer Kultur zurück. Die gut erhaltene und sanierte Altstadt Wissembourg ist als Ensemble und wegen einiger bemerkenswerter historischer Gebäude ein touristischer Anziehungspunkt.
Heute geht es vergleichsweise ruhig zu. Auf Anhieb finden wir einen freien Tisch an einem Café in der Rue du Marché aux Poissons. Während des Stadtfestes über Pfingsten geht es hier anders zur Sache. Je nach Vorliebe stürzen sich Besucher nach Entrichtung eines Eintrittspreises in den Trubel des traditionellen Pfingstfestes 'Festivités folkloriques de Pentecôte' oder meiden eine Kirmes folkloristischer Feierlichkeiten.
Nach ca. 0,5 Stunden weiterer Gehzeit sind wir zurück am Weintor und treten die Heimreise von unserem Stammtischausflug an.


Anmerkungen


(1) Posts über vorausgegangene Wanderungen auf der Pfälzer Hüttentour

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