Donnerstag, 5. September 2013

Südtirol 2013 - Wanderung ab dem Haslhof am Nördersberg über die Göflaner Scharte und das Kreuzjöchl

Ein Pferdeflüsterer an der Göflaner Alm
Eine unserer Lieblingsrouten, die wir bereits oft gegangen sind, führt vom Gasthof Hasl (1.550 m) am Nördersberg über die Göflaner Alm (1.826 m) unterhalb des Göflaner Marmorbruchs ('Mitterwandlbruch') zur Göflaner Scharte (2.396 m) zwischen Weißwand (2.786 m) und Jennwand (2.962 m). Nach steilem Anstieg auf einem Schuttweg zur Göflaner Scharte folgen Genüsse einer Rast an der Scharte und des anschließenden Gratwegs auf dem Breitbichl zum Kreuzjöchl.
Der Autor eines Artikels vom 19.09.2012 in der Zeitschrift 'Der Vinschger' (Ausgabe 33/12) wundert sich ebenso wie wir, dass Begegnungen mit anderen Wanderern eher Ausnahmen bilden, obwohl diese Wanderung äußerst lohnend und nicht allzu schwierig ist. Heute treffen wir immerhin eine Gruppe von fünf Schweizerinnen, die jedoch in der Gegenrichtung unterwegs sind, die auch der Artikel beschreibt. Wir bevorzugen jedoch den Anstieg über die Göflaner Alm und beenden die Runde traditionell mit der Einkehr im Gasthof Hasl. Diashow der Fotoserie

Gasthof Hasl und Haslhof am Nördersberg
Die Straße von Göflan zum Gasthof Hasl (1.550 m) am Nördersberg ist über ca. 9 km einspurig ausgebaut und verlangt bei Gegenverkehr mitunter auch Fahrkünste des Rückwärtsfahrens. Am Gasthof parken wir das Auto und starten unsere Wanderung nach Westen in Richtung Göflaner Alm.










Göflaner Alm unter dem Göflaner Marmorbruch
Ohne größeren Höhengewinn erreichen wir nach einer Stunde Gehzeit den Kohlplatz, an dem ehemals Holzkohle für die Schmiede auf der Göflaner Alm gewonnen wurde. Hier beginnt neuerdings der 'Marmorweg', der an Europas höchstem Marmorbruch auf 2.228 m Höhe am 'Mitterwandlbruch' zwischen der Weißwand und der Jennwand endet. Göflaner Mormor und der bekanntere Laaser Marmor werden aus den gleichen Ressourcen gewonnen. Unterhalb des Göflaner Mormorbruchs passieren wir die Göflaner Alm (1830 m), die für uns als Option einer Einkehr zu früh kommt.







Rekonstruierter Bremsschlitten auf dem Marmorweg
In Nähe der Göflaner Alm treffen wir auf einen rekonstruierten historischen Schlitten mit einem großen Marmorblock. Auf derartigen Schlitten wurden in der Vergangenheit Marmorblöcke mittels Bremspfählen aus Lärchenholz, starken Hanfseilen und viel Muskelkraft abtransportiert.










Mitterwandlbruch oberhalb der Göflaner Alm
Das Gelände ist inzwischen deutlich profilierter. Ein schmaler und mitunter leicht ausgesetzter Pfad führt um den Fuß der Weißwand, von dem wir das Gelände oberhalb der Göflaner Alm überblicken. Zwischen Weißwand (2.786 m) und Jennwand (2.962 m) wird im 'Mitterwandlbruch' seit mehr als 150 Jahren Marmor abgebaut, der in Abhängigkeit der jeweils geltenden Konzessionsrechte als Göflaner Mormor oder als Laaser Marmor benannt ist. Trotz hochwertiger Qualität des Marmors ist die Zukunft dieses Abbaugebietes unsicher (Artikel über die Laaser Marmorbahn).







Göflaner Scharte, 2.396 m
Vor dem Schlussanstieg zur Scharte queren wir zunächst das Geröll eines unschwierigen Blockwerks. Glücklicherweise wird uns erst in der konkreten Situation der zwar nicht schwierige, aber schweißtreibende Anstieg zur Scharte alljährlich erneut bewusst.  










Rast an der Göflaner Scharte, 2.396 m
Nach 2:40 Stunden Gehzeit erreichen wir die Göflaner Scharte (2.396 m), an der wir uns eine ausgiebige Rast gönnen, während der wir die großartige Aussicht genießen. 












Weißwand und Pferde am Gratweg des Breitbichls
Höhepunkt unserer Route ist der Gratweg auf dem 'Breitbichl', der in der Tat breit ist und mit geringem Profil keine Mühe bereitet. Nach Überschreitung des mit 2.450 m höchsten Punktes unserer Route fällt der Weg moderat in Richtung Martelltal ab.
Ab der Scharte gehen wir ca. eine Stunde zum 'Kreuzjöchl', an dem sich Wanderwege begegnen und verzweigen. Der Weg Nr. 1 führt zum Gasthof Hasl. Die Vorfreude auf dessen rustikale und ausgesprochen preiswerte Küche erleichtert und beschleunigt den Abstieg.  







Technische Daten der Wanderroute

  • Typ: Rundweg
  • Streckenlänge: 13,5 km
  • Gesamtgehzeit: 4:30 Stunden (2:40 bis Göflaner Scharte, 1:50 ab Göflaner Scharte) 
  • Absolute Höhendifferenz: 903 m
  • Gesamte Aufstiegsleistung: 937 m
  • Gesamte Abstiegsleistung: 911 m
  • Technische Anforderungen: leicht-moderat
  • Konditionelle Anforderungen: leicht-moderat
  • Orientierung und Markierung: problemlos
  • Wetter und Temperatur: sonnig mit guter Sicht
  • Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Hasl, Göflaner Alm
  • Sonstiges: Der großartige Gratweg auf dem Breitbichl (ein Abschnitt des Marteller Höhenweges) zwischen Göflaner Scharte und Kreuzjöchl schenkt ein phantastisches Panorama auf einer relativ leichten Route.

Erlebniswert

Der Themenweg 'Marmor' bereichert eine ohnehin großartige Route, auf der ein gastlicher Bergasthof am Nördersberg zur Einkehr einlädt. 

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