Sonntag, 9. Juni 2013

USA 2013 - Hiking the Vermillion Cliffs Wilderness - Wire Pass und Buckskin Gulch Slot Canyon im Grand Staircase

Buckskin Gulch in den Vermillion Cliffs
Der 'Buckskin Gulch' in den 'Vermillionen Cliffs' gilt als einer der längsten und attraktivsten 'Slot Canyons' der USA. An der 'confluence' (Zusammenfluss) trifft er auf den 'Paria River', der bei 'Lee's Ferry' in den 'Colorado River' mündet. Die Durchquerung des 'Buckskin Gulch' bis 'Lee's Ferry' (71 km ab Wire Pass Trailhead oder 76 km ab White House Trailhead) ist in 3-5 Tagen zu schaffen, erfordert aber neben sicherem Wetter ein spezielles 'Permit' und verlangt Übernachtungen mit selbst zu organsierendem Camping. Außer einigen Wasserquellen bestehen auf der Strecke keinerlei Versorgungseinrichtungen und nur wenige Ausstiegsoptionen, die zudem mit schwieriger Kletterei verbunden sind. Diashow der Fotoserie


(Dieser Post ist ein Auszug des Reiseblogs 'Südwestpassage USA 2013')


Trailhead Wire Pass Trail
Die Rangerin an der 'Paria Contact Station' des 'BLM' regt zu einem 'day hiking' mit Zugang über den 'Wire Pass Trail' an, der nach ca. einer Meile in einen 'Slot Canyon' übergeht und nach 1,7 Meilen auf den 'Buckskin Gulch' trifft. Dieser Herausforderung fühlen wir uns gewachsen und legen gleich 3 Kritieren für einen Abbruch der Tour fest: Im günstigsten Fall gehen wir bis zur 'confluence' mit dem 'Paria Canyon' und kehren dort um. Da sich die Bedingungen in den Canyons mit Sturzfluten ständig ändern, sind sie nicht exakt vorhersehbar. Wenn wir auf größere Schwierigkeiten treffen sollten, kehren wir ebenfalls um. Falls die beiden ersten Bedingungen nicht eintreten, legen wir unseren 'point of return' auf 3 Stunden Gehzeit (pro Richtung) fest.





House Rock Valley Road mit Cockscomb
Den 'Wire Pass Trailhead'  erreichen wir nach 8,3 Meilen 'dirt road' der 'House Rock Valley Road'. Die Abzweigung vom HWY 89 bei der 'Cockscomb Monocline', ein Abschnitt der 'East Kaibab Monocline', haben wir uns gestern auf der Anreise nach Page angeschaut, so dass die Orientierung keine Probleme bereitet.










Registrierung am Wire Pass Trailhead
Am 'Wire Pass Trailhead' tragen wir uns zunächst in das Trail-Register ein, füllen das Formular des 'day hiking permit' aus und hinterlegen in einem Umschlag $6 pP für das 'permit', ehe wir um 8:00 Uhr unsere Wanderung starten. Das im Rucksack mitgeführte Trinksystem ist mit 3 l Wasser gefüllt. Heute soll es nämlich wieder heiß werden, weshalb wir bereits um 6:30 Uhr in Page zu dieser Tour aufgebrochen sind.









Wire Pass Canyon Trail
Wire Pass slot canyon
Auf der ersten Meile hat der Trail keine markierte
Route. Wir folgen einem unübersichtlichem 'wash' (trockenes Flussbett) in östlicher Richtung. Die Orientierung erleichtern Trittspuren und das mitgeführte GPS.
Nach 50 Minuten Gehzeit erreichen wir den Zugang zum 'Wire Pass slot canyon'. Die Beschreibung warnt auf dem Abschnitt bis zur 'confluence' mit dem 'Buckskin Gulch' vor 3 engen Passagen und 3 'drop offs' (Absätzen).








Wire Pass slot canyon
Wire Pass slot canyon
Die Engstellen sind in der Tat gerade so breit, dass sie ohne Rucksack passiert werden können, während die 'drop offs' heute harmlos sind. Nach 1:20 Stunden erreichen wir den Übergang vom 'Wire Pass Canyon' in den 'Buckskin Gulch'.
Gemäß Beschreibung sind nun einige mehr oder weniger tiefe 'Pools' (Senken, die sich bei Regen mit Wasser füllen) zu durchschreiten. Ersatzschuhe sind im Auto deponiert.











Schwemmmaterial im Buckskin Gulch
Motv im Buckskin Gulch
Auf der Route wechselt bei wachsender Höhe der imposanten Wände die Breite des Canyons immer wieder zwischen schmalen Durchlässen, die mitunter nicht mehr als ca. 50 cm breit sind, und Abschnitten mit bis zu ca. 20 m Abstand zwischen den Felswänden. Ein faszinierendes Kaleidoskop von Farben und Strukturen der Felswände entfaltet im wechselnden Licht magische Momente. Diesen Zauber haben wir trotz aller Beschreibungen so intensiv nicht erwartet. Der Zauber drängt uns weiter und tiefer in diese magische Welt.
Verklemmtes Schwemmmaterial über den Köpfen macht deutlich, wie hoch das Wasser nach Regenfällen steigen kann. Mit bis zu 15 m hohen 'flash floods' kann der 'slot canyons' bei Regen zur tödlichen Fallen werden.





Felssturz im Buckskin Gulch
2 Stunden sind wir zunächst völlig allein unterwegs, bis wir vor uns gestartete Hiker einholen. Eine fünfköpfige Gruppe beabsichtigt die Durchschreitung des gesamten Canyons. Wir wünschen ihnen viel Erfolg.
Bisher war lediglich ein flacher Pool dank einiger Steine ohne nasse Füße zu überwinden. Dann treffen wir jedoch nach 2,5 Stunden Gehzeit auf ein ernsteres Hindernis. Ein nicht zu umgehender Felssturz blockiert den Canyon. Wir ersparen uns die Kletterei über mehrere Meter hohe Felsblöcke und entscheiden uns zur Umkehr. Kurz hinter der Blockade sind nämlich einige 'Pools' zu erwarten, darunter der berüchtigte 'Cesspool' (Jauchegrube), ein stinkendes Schlammloch, dessen Wasserstand Brusthöhe erreichen kann.




Kölner Wanderin demnostriert die Überquerung eines Pools
Auf dem Rückweg begegnen uns Hiker, die erst spät aufgebrochen sind. Wie so oft, beobachten wir auch heute, dass Wanderer um so unbedarfter und hilfloser auftreten, je weiter der Tag voranschreitet. Sie überschätzen ihre Leistungsfähigkeit, kennen nicht die Anforderungen derartiger Wege und können mangels Erfahrung individuelle Fähigkeiten nicht mit objekten Anforderungen und Risiken abgleichen. Diese gefährliche Mischung sorgt regelmäßig für Schlagzeilen in Medien, die solche Themen gierig aufgreifen.
Eine vierköpfige Gruppe diskutiert vor einem flachen 'Pool' die Umkehr, bis eine erfahrene kölner Wanderin demonstriert, wie mühelos der Pool mit etwas Trittsicherheit (eine absolute Voraussetzung für derartiege Trails!) überquert werden kann.



Wire Pass Trail
Der anstrengendste Teil unserer Wanderung erwartet uns auf dem Rückweg mit dem Abschnitt vom 'Wire Pass slot canyon' zum 'Trailhead'. Die glühende Mittagshitze schmort uns auf dem schattenlosen Weg nicht nur mit 'Oberhitze', sie wird wie in einem Umluftbackofen von allen Seiten abgestrahlt. Eine Brise bringt keine Abkühlung, sondern wirkt wie eine Heißluftdusche.
Auch jetzt kommen uns noch hechelnde Wanderer ohne Kopfbedeckung entgegen. Sie sind eben erst mit einer kleinen Flasche Wasser in der Hand gestartet und werden mit Sicherheit nicht weit kommen. "How far is it?", fragt einer von ihnen. "Five days", antworte ich.
Nach 4,5 Stunden Wanderung erreichen wir etwas überhitzt, aber trotzdem hoch zufrieden wieder den 'Trailhead'. Wir sind uns einig, dass der intensive 'Hike' auf diesem großartigen 'Trail' während dieser Reise nicht mehr zu toppen sein wird.

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