Freitag, 19. Oktober 2012

Sächsische Schweiz 2012 - Über die Schrammsteine zum Großen Winterberg

Blick vom Gratweg auf Schrammsteine und Affensteine
Unsere erste Wandertour des aktuellen Aufenthaltes in der Sächsischen Schweiz führt uns in das Gebiet der 'Schrammsteine', die wir in allerbester Erinnerung haben. Die stark zerklüffteten 'Schrammsteine' sind für uns mit den benachbarten 'Affensteinen' die interessantesten Felsformationen im Elbsandsteingebirge, in denen Erinnerungen an Touren in der 'Brenta' wach werden. 'Schrammsteine' und 'Affensteine' sind nicht so leicht zugänglich wie die 'Bastei' bei Rathen und bilden darum glücklicherweise keinen Hotspot für Touristenhorden in Sandalen oder mit Flip-Flops.
Link: Diashow der Fotoserie







Lilienstein
Die Anfahrt auf dem kürzesten Weg zu den hinter Bad Schandau liegenden 'Schrammsteinen' erweist sich als mühsam. Bei Pirna müssen wir ein Nadelöhr mit einspurigem Verkehr passieren. Lange Staus kosten uns mindestens eine halbe Stunde zusätzlicher Fahrzeit. Ein wenig versöhnt uns der Blick aus Richtung der Ortschaft 'Königsstein' auf den 'Lilienstein', der als 'König der Steine' in der Sächsischen Schweiz gilt. Wir nehmen uns vor, in den nächsten Tagen die eindrucksvolle Route auf den 'Lilienstein' zu gehen (was leider nicht gelingen wird). Die isolierte Lage des 'Liliensteins' garantiert großartige Ausblicke, hat aber auch den Nachteil eher uninteressanter Anschlussrouten.






Da für heute gutes Wetter angekündigt ist, planen wir eine größere Runde. Nach dem Aufstieg über die 'Schrammsteine' wollen wir auf dem Gratweg zum 'Großen Winterberg' gehen, mit 556 m Höhe die zweithöchste Erhebung der Sächsischen Schweiz. Ausgangspunkt unserer Runde ist die 'Schrammsteinbaude' im 'Zahnsgrund', von der wir in ca. 1/2 Stunde zum zunächst zum 'Großen Schrammtor' aufsteigen.


Motiv am Großen Schrammtor
Motiv am Großen Schrammtor
Motiv am Großen Schrammtor


Motiv an der Schrammsteinaussicht
Am 'Großen Schrammtor' beginnt ein für alpine Verhältnisse leichter Klettersteig auf die 'Schrammsteinaussicht'. Trittsicherheit, Schwindelfeiheit und etwas Kondition sollten aber auch hier mitgebracht werden, um die Route genießen zu können. Der kurze Aufstieg von ca. 15 Minuten endet auf einem zerklüfteten Plateau, das mit Geländern gesichert ist. Einige Stahlbrücken verbinden isolierte Felsen zu mehreren Aussichtsbalkonen.









Blick in das Elbtal von der Schrammsteinaussicht
Wer sich in diesen Umgebungen ausreichend souverän zu bewegen vermag, kann hier nur ins Schwärmen geraten. Luftige, aber gut gesicherte Felsrouten vermitteln auf der Höhe des Plateaus in Verbindung mit der weiten Rundumsicht unglaubliche Eindrücke, die sich jeder Beschreibung entziehen. Für einen längeren Aufenthalt ist es aber jetzt zu zugig. Das versprochene sonnige Wetter muss sich erst noch durch die dünne Wolkenschicht kämpfen.









Großer Winterberg von der Schrammsteinaussicht
Südlich der 'Schrammsteinaussicht' blicken wir auf den 'Großen Winterberg', das Ziel der anschließenden Etappe, das wir 'diretissima' auf dem als 'schwierig' ausgewiesenen Gratweg erreichen wollen.












Motiv am Gratweg
Schwierigkeiten sind keine objekten Größen, sondern bemessen sich an indiviuellen  Erfahrungen und Fähigkeiten. Als schwierig erweist sich der großartige Gratweg nicht, bestenfalls als moderat. Auf dieser Genussroute mit ihren phantastischen Ausblicken empfinden wir eine große Begeisterung, deren Erlebnis uns immer wieder in diese Landschaft zieht.










Motiv am Gratweg
Wir suchen uns einen windgeschützten Platz und holen die kurze Pause nach, die auf der 'Schrammsteinaussicht' ausgefallen ist.













Gasthaus auf dem Goßen Winterberg
Nach etwas mehr als 3 Stunden Gehzeit erreichen wir das Gasthaus auf dem 'Großen Winterberg'. Die Sonne hat sich inzwischen durchgesetzt und lädt auf die Außenterrasse ein.












Motiv am Gasthaus auf dem Großen Winterberg
Heute startet die große Linsensuppe-Testserie mit insgesamt fünf Produkten an sechs Wandertagen. Im Endergebnis belegt die Linsensuppe auf dem 'Großen Winterberg' den letzten Platz. Die süß-saure Abschmeckung ist zu aufdringlich. Außerdem ist die Suppe zu salzig und auch zu dick. Die Konsistenz lässt darauf schließen, dass diese Suppe älter ist und bereits mehrfach aufgekocht wurde.










Motiv auf dem Wurzelweg
Der Rückweg über den 'Wurzelweg' und den 'Elbleitenweg' verläuft eine Etage unterhalb des Hinwegs. Die Route ist nur wenig profiliert und darum etwa eine Stunde schneller zu bewältigen. Den Parkplatz an der 'Schrammsteinbaude' erreichen wir nach ca. 5,5 Stunden Gehzeit ein wenig müde, aber gleichzeitig mit Emotionen, die mit 'Zufriedenheit' zu schwach beschrieben sind. Der Begriff 'euphorisiert' trifft nach dieser großartigen Tour unsere Gefühle schon eher.

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