Mittwoch, 1. August 2012

Südtirol 2012 - Im Pfossental des Naturparks Texelgruppe wird der Meraner Höhenweg romantisch

Vorderkaser-Höfe mit Restaurant Jägerrast
Auf seinem Rundkurs um die Texelgruppe verlässt der Meraner Höhenweg oberhalb  von Naturns den Vinschgau und leitet zunächst in das Schnalstal. Bei Karthaus folgt der Wegverlauf dem sich hier öffnenden Pfossental über das Eisjöchl in das Pfelderer Tal und leitet anschließend über das Passeiertal zurück in Richtung Meran.
Wir bescheiden uns heute mit einem kürzeren, aber wunderschönen Wegabschnitt ab dem Restaurant Jägerrast an den Vorderkaser-Höfen, bei denen die öffentliche Straße endet. 3 € für den kostenpflichtigen Parkplatz erscheinen zunächst als relativ hoch. Ein Anteil von 2 € wird jedoch als Gutschein bei einer Einkehr in der Jägerrast verrechnet. Link: Fotoserie der Wanderung 
Link: Sehenswerte fremde Webseite zum Meraner Höhenweg  





Käserei in Vorderkaser
Nach einem Blick durch die Fenster der Käserei der Vorkaser-Höfe beginnt die Wanderung auf einem zunächst kräftig ansteigenden, schattigen Almenweg oberhalb des Gebirgsbaches. Das zunächst noch enge Tal öffnet sich mit Erreichen des Almengeländes und der Weg wird nun flacher. 












Pfossental mit Mitterkaseralm und Rableidalm
Kurz nacheinander locken die Mitterkaseralm und die Rableidalm zur Einkehr. Wir ziehen jedoch vorbei, denn unser Ziel ist die Alm ‚Eishof’, bis zu der es nun nicht mehr weit ist. 














Eishof im Pfossental
Die beiden Gebäude der Alm ducken sich in einer Mulde des weiten Geländes und sind darum erst wenige Meter vor dem Ziel auszumachen. 















Jause am Eishof im Pfossental
Noch ist es relativ ruhig an dieser beliebten Jausenstation im Pfossental, so dass wir uns einen der beiden schönsten Tische für unsere Pause sichern können. 















Blick in Richtung Eisjöchl
Gipfel der Texelgruppe mit Texelferner
Von unserem Platz schauen wir auf die Gipfelparade der Texelgruppe und überblicken das gesamte hintere Pfossental, an dessen Ende das Eisjöchl und ein wenig tiefer in Richtung Pfelders die Stettiner Hütte liegt. 
 








Motiv im Pfossental
Motiv im Pfossental
Motiv im Pfossental

Nach einer ausgiebigen Pause kehren wir auf dem Hinweg nach Vorderkaser zurück. Auf halber Wegstrecke zeigt sich sogar ein ‚König der Lüfte’. Ein Adler kreist über dem Pfossental und sorgt für einen weiteren Höhepunkt dieser schönen Wanderung.

Archäologische Informationen
St. Katharina
Burgturm als Glockenturm

Auf unserer Rückfahrt in den Vinschgau nehmen wir einen kleinen Umweg in Kauf, um einen Stopp in Katharinaberg einzulegen. Auf einem Bersporn steht in einer Höhe von 1.245 m die sehenswerte Kirche St. Katharina. Die erste Kapelle wurde um das Jahr 1500 errichtet und 1748 im romanischen Stil zu der heutigen Größe erweitert. 
Bemerkenswerter als die Kirche ist ihre Vorgeschichte. An der Stelle der heutigen Kirche stand das Ritterschloss der Grafen von Schnalsburg, nach denen das Tal benannt ist. Die Grafen waren Gefolgsleute der Grafen von Tirol, denen seit dem 11. Jahrhundert die Grafschaft Vinschgau gehörte. Der Schnalsburger Besitz erstreckte sich über den Burghügel hinaus auf das Pfossental und das mittlere Schnalstal. 
Im 14. Jahrhundert war die Burg verwaist. Kartäuser-Mönche gründeten im Schnalstal ab 1326 das Kloster Allerengelberg, aus dem die Ortschaft Karthaus hervorging. (Von dem ehemaligen Kloster bestehen heute nur noch sanierte Reste.) 1350 rissen Kartäuser die Schnalsburg ab und ließen nur den Burgturm stehen, den sie zu dem zu bis heute erhaltenen Glockenturm umfunktionierten.
Neuzeitliche Funde auf dem Kirchenhügel verweisen auf noch wesentliche ältere Spuren eines bronzezeitlichen Siedlungsplatzes, wie es sie auf etlichen Hochplateaus im Vinschgau gab, über die wir bereits berichtet haben:
Link: Post vom 10.07.2012 über eine archäologische Wanderung im Vinschgau  
Link: Post vom 19.07.2012 über den Archaikweg 
Link: Post vom 20.07.2012 über das Tartscher Bühel 

Nach der kürzeren Wanderung vom Vormittag bleibt uns auf der Rückfahrt nch Zeit für einen Abstecher zum beeindruckenden Partschinser Wasserfall. 
 



Technische Daten der Wanderung im Pfossental:

·      Gesamtgehzeit: 2:50 Stunden
·      Absolute Höhendifferenz: 270 m
·      Gesamtleistung (jeweils im Aufstieg und im Abstieg): ca. 300 m (Schätzung)
·      Technische Anforderungen: Leicht
·      Konditionelle Anforderungen: Leicht
·      Markierungen: Gut

Erlebniswert: 1 (Premiumweg!)

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