Dienstag, 2. April 2013

Umrundung des Rurstausees in der Rureifel

Motiv am Rursee bei Schwammenaul
Prioritätenbedingt schrumpfen Wanderpläne mit unserem Besuch aus Australien auf exakt einen Tag. Als Route wählen wir eine Umrundung des Rurstausees, dessen Landschaft wir aufgrund mehrfacher Teilnahme am Rursee-Marathon schätzen. Da die Rurtalsperre unter Volumenaspekten nach dem Bleilochstausee in Thüringen der zweitgrößte Stausee Deutschlands ist, verspricht die Umrundung des Rurstausees eine durchaus sportliche Herausforderung. Lt. Beschreibung sind ca. 27 km Streckenlänge zu bewältigen. Die Angabe von 1.100 m Höhendifferenz jeweils im Auf- und Abstieg scheint uns jedoch übertrieben zu sein. Da wir jedoch einen Schlenker über die Hubertushöhe bei Schmidt gehen, packen wir im Vergleich zur Beschreibung zusätzlich 190 Höhenmeter und ca. 1 km Wegstrecke auf unsere Wanderung. Falls uns die Runde zu lang würde, könnten wir Teilstrecken per Fahrgastschiff zurücklegen. Von dieser Option wollen wir jedoch nur im Notfall Gebrauch machen, denn heute dürfen wir uns immerhin über sonniges Wetter freuen, das sich in den letzten Wochen rar gemacht hat. Bei der Anreise ist es zwar morgens mit -2 Grad noch frostig, aber während des Tages werden bis zu +7 Grad erreicht. Diashow der Fotoserie 

Rursee bei Schwammenauel
Wir starten unsere Wanderung vom Parkplatz Büdenbach südlich der Staumauer bei Schwammenauel und gehen im Uhrzeigersinn zunächst über die Staumauer in Richtung Schwammenauel. Am Rursee hat bereits die Vorsaison eingesetzt, so dass die touristische Infrastruktur allmählich aus ihrem Winterschlaf erwacht. Wanderer sind jedoch außer uns kaum unterwegs, was uns nicht verwundert. Frühling besteht nämlich bisher nur im Kalender. Wetter und Natur hängen um einige Wochen zurück. Um warm zu werden, legen wir einen strammen Schritt vor.





Aussichtspunkt 'Hubertushöhe' bei Schmidt
Nach ca. 3 km Wegstrecke erreichen wir die Abzweigung in Richtung der Ortschaft Schmidt, wo fast 200 m oberhalb des Rurstausees mit der 'Hubertushöhe' und der 'Simonsley' gleich zwei Aussichtspunkte liegen. Ein gut ausgebauter Weg führt uns im Zickzack mäßig steil in Richtung des 473 m hohen Aussichtspunktes 'Hubertushöhe', den wir nach etwa einer Stunde Gehzeit erreichen.







Blick von der 'Hubertushöhe' auf den Rurstausee
Auch wenn die Sicht heute nicht völlig klar ist, rechtfertigt der Panoramablick den kleinen Umweg über den Aussichtspunkt 'Hubertushöhe'. Bänke laden zu einer Pause ein, während der wir unser kleines Lunchpaket verzehren. Da es für einen ausgiebigeren Aufenthalt zu kalt ist, setzen wir nach 10 Minuten Pause unseren Weg fort, auf dem uns nur etwa 200 m weiter mit der 'Simonsley' ein weiterer Aussichtspunkt erwartet.

Aussichtspunkt 'Simonsley' bei Schmidt
Der Rurstausee hat zwischen der Staumauer bei Schwammenauel und dem Paulushofdamm bei Rurberg per Luftlinie eine Ausdehnung von etwa 5 km. Aufgrund der zahlreichen Ausbuchtungen des Stausees zieht sich der Weg jedoch ordentlich in die Länge. Nach ca. 3 Stunden Gehzeit erreichen wir Woffelsbach und erkennen sofort den in Richtung Rurberg ansteigenden 'Heartbreak Hill', der auf der zweiten Hälfte des Rursee-Marathons für viele Läufer eine ernste Prüfung bereithält. Wandernd haben wir kein Problem mit dem Anstieg, jedoch mit der Routenfindung. Die Wandermarkierungen sind teilweise ungeschickt angebracht, so dass wir mehrmals den Weg verlieren.



Café Henn am Rursee bei Rurberg
Auf unserem Weg haben sich bisher keine Einkehrmöglichkeiten aufgedrängt, so dass wir ohne weitere Pause bis Rurberg gehen, wo wir erneut den Weg verfehlen, weil die Wandermarkierungen hinter einer Abzweigung versteckt sind. Am Bootsanleger von Rurberg liegt kurz vor dem Paulushofdamm das vertrauenswürdig erscheinende 'Café Henn'. Hier kehren wir nach 4 Stunden Gehzeit ein.







Pause im Café Henn bei Rurberg
In dem gut besuchten Café können wir uns gerade noch einen Tisch an der Fensterfront sichern. Bei der freundlichen und aufmerksamen Bedienung bestellen wir eine Suppe, Kaffee und Kuchen aus der reichhaltigen Kuchentheke. Der Kuchen ist frisch und großzügig geschnitten, aber die geschmackliche Qualität von Kaffee und Kuchen fällt enttäuschend aus. Wir geben uns damit zufrieden, an einem angenehmen Platz zu sitzen. Eine Rückfahrt mit dem Schiff nach Schwammenauel ist keine relevante Option für uns. Wir fühlen uns noch stark genug, um auch die restliche Wegstrecke von 9-10 km zu Fuß zu bewältigen.




Paulushofdamm, Kermeter und Boot der Oberseeschifffahrt
Kurz hinter dem Café Henn überqueren wir den Paulushofdamm, der den Hauptsee vom Obersee trennt, an dem der Ort Einruhr liegt. Einruhr kennen wir recht gut, denn dort liegt das Ziel des Rursee-Marathons. Heute befindet sich unser Ziel jedoch bei Schwammenauel.








Motiv am Kermeterufer des Rursees
Auf der östlichen Seite des Rurstausees treffen wir auf den Nationalpark Eifel, der seit dem Jahr 2004 zu den insgesamt 14 Nationalparks in Deutschland zählt. Der Nationalpark Eifel befindet sich noch in der Entwicklung und bindet die ehemalige 'Ordensburg Vogelsang' in das Konzept eines Nationalparkzentrums ein. Im Kerngebiet des Nationalparks Eifel liegt die Landschaft 'Wilder Kermeter'. In das Gebiet dringen wir heute nicht tiefer ein, sondern wandern lediglich am Kermeterufer des Rurstausees zurück zum Ausgangspunkt.





Motiv am Kermeterufer des Rursees
Der Rückweg ist uns aufgrund unserer Teilnahmen am Rursee-Marathon vertraut, aber er kommt uns heute recht kurz vor. Auf der gut ausgeschilderten Strecke bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Landschaft am Rurstausee.
Ab unserer Pause im Café Henn gehen wir in 1:45 Stunden zurück zum Startort, den wir nach 5:45 Stunden Gesamtgehzeit ein wenig müde, aber hoch zufrieden erreichen. Wir sind uns einig, dass wir heute eine überaus attraktive Route gewandert sind, die zu einer Wiederholung unter sommerlicheren Bedingungen motiviert. Die Umsetzung ist für uns problemlos zu realisieren. Besucher aus Australien erhalten so schnell keine zweite Chance.


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