Montag, 3. Februar 2014

La Palma 2014: Wanderung von Jedey zu Campanarios und Vulkankratern

Campanarios (Glockentürme) am Vulkan Tajuya bei Jedey
Auch am letzten Tag unseres Aufenthaltes auf ‚La Palma’ bleibt das Wetter unbestimmt.1) Als Abschlusstour entscheiden wir uns für eine überschaubare Runde, die in der Umgebung unserer Unterkunft von dem kleinen Ort ‚Jedey’ ausgeht. Dem in der Tourenbeschreibung ausgelobten großartigen Aussichtsplatz begegnen wir wegen dichter Wolken heute nicht. Nach Auffassung der Autoren des Wanderführers handelt es sich um eine „kurzweilige Halbtageswanderung“.2)  Dass die Runde intim ausfällt, verrät der Wanderführer nicht.
Das Adjektiv ‚kurzweilig’ lässt Deutungen in alle Richtungen offen. ‚Kurzweilig’ fällt die Wanderung tatsächlich aus. Trotz Bewölkung treffen wir auf sehenswerte landschaftliche Formationen und begegnen unvermuteten kleinen Abenteuern mit positiven Ausgängen. Die Wanderung fügt sich als Abschlusswanderung eines vierwöchigen Winter-Aufenthaltes auf ‚La Palma’ in ein Gesamtbild ohne gemeinsamen Nenner.3) Diashow der Fotoserie

Motiv am Aufstiegsweg
Der vorgeschlagene Rundweg nutzt als Aufstiegsweg eine markierte Wanderroute (weiß-grün). Markierungen erwarten wir jedoch an relevanten Punkten der Strecke oft vergeblich. Blasse Markierungen finden wir eher dort, wo wie sie nicht benötigen.
Aufgrund der Routenbeschreibung sind wir auf Passagen mit steilen Anstiegen durch vulkanische Hänge eingestellt. In der Realität erweist sich die Beschreibung als nicht übertrieben. Trotz kühler Witterung unter einer Wolkenschicht erfordert der Weg einige Anstrengung, bei der die Köpertemperatur steigt.







Campanarios (Glockentürme) am Vulkan Tajuya bei Jedey
Als Höhepunkt der Tour gelten Ausblicke auf die ‚Campanarios’ (dt. ‚Glockentürme’), eine Gruppe am Westhang des Vulkans ‚Tajuya’ aufsteigende pfeilerartiger Vulkanschlote.4) Vom Gipfel des Vulkans ‚Tajuya’ bietet sich der beste Blick auf die ‚Campanarios’. Am Aufstiegsweg erhaschen wir gerade noch Blicke auf die ‚Campanarios’, ehe die Wolkendecke in die Tiefe zieht und die Landschaft in Nebel hüllt. Den kurzen Abstecher auf den Vulkangipfel können wir uns in Anbetracht der Sichtverhältnisse ersparen.







Blick über den Kraterrand zur Westküste
Wir verpassen die Abzweigung zum Rückweg und stehen in mittlerweile etwas lichteren Wolken auf dem Rand eines größeren Kraters. Nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns für eine Variante, die uns etwas weiter voraus zu einem Weg führen sollte, von dem wir ebenfalls absteigen könnten. Wir folgen einem schmalen Gratweg zwischen einem Doppelkrater und erreichen ein wegloses Gelände in einem profilierten Kiefernwald. Zunächst geben kleine Steinmänner die Richtung vor. Wenig später sind weder Steinmänner noch Wegspuren zu erkennen. Wir wollen keine unkalkulierbaren Risiken eingehen und kehren um.






Gratweg zwischen zwei Kratern
Die Orientierung in dem weglosen, unbekannten Gelände ist nicht einfach, aber erfolgreich. Wir steigen auf dem Gratweg zwischen dem Doppelkrater ab und finden die Abzweigung zum unmarkierten Rückweg. Wegspuren und kleine Steinmänner ermöglichen die Orientierung. Die zuvor noch als verwirrend empfundene detaillierte Routenbeschreibung des Wanderführers erweist sich jetzt als hilfreich.









Westküste bei Puerto Naos
Wir fummeln uns durch das Gelände, bis wir auf eine Forststraße treffen, die uns durch Kiefernwald und erkaltete Lavaströme zurück zum Ausgangspunkt leitet. Nach Westen öffnen sich Ausblicke auf die Küste von ‚Puerto Naos’ bis zum ‚Barranco de las Angustias’. Weinfelder signalisieren die Nähe des Ortes.










Motiv am Abstiegsweg
Nach 3:05 Stunden (2:45 Std. Gehzeit) erreichen wir den Parkplatz, auf dem unser Mietauto abgestellt ist. Intimer war keine unsere Wanderungen auf ‚La Palma’. Auf der Strecke haben wir heute keine Menschenseele getroffen. Als am Nachmittag kräftiger Regen einsetzt, sind wir bereits zurück in der Unterkunft und packen unsere Koffer. 










Wanderroute
Streckenprofil der Wanderroute
Technische Daten

Streckenlänge: 7,7 km bzw. 8,2 km inkl. Umwege
Dauer: 2:45 Stunden Gehzeit inkl. Umwege (sonst eher 2:30 Std.)
Aufstieg: 582 m
Abstieg: 585 m






Anmerkungen

  1. Wettererfahrungen unseres Aufenthaltes beschreibt der Post ‚Wetter auf der 'Isla Bonita'
  2. Die Wanderung ist im ‚Wanderführer La Palma - Die schönsten Küsten- und Wanderwege’ als Nr. 44 ab Seite 162f. beschrieben (Bergverlag Rother, 13. Auflage 2013).
  3. Allgemeine Informationen zu Infrastruktur und Bedingungen des Wanderns beschreibt der Post Wandern auf der 'Isla Bonita'
  4. Vermutlich bezieht sich die Bezeichnung auf die typische Architektur historischer Glockentürme auf ‚La Palmas’ Kirchen.

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